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1  Allgemeines / Ankündigungen und News / Re: Erwachen wieder online! am: Gestern um 08:30:10
Ja, wir sind wieder da - kleiner als zuvor, aber besser, frischer und munterer als je zuvor!

Und ich muss Danke sagen: bei denjenigen, die dies ermöglicht haben... Tolwyn für das nötige Know-how, Madman fürs Da-Sein, die Leser fürs geduldige Warten...

Deacan
2  Allgemeines / Allgemeines Forum / Re: StarTrek der neue Trailer am: Gestern um 08:21:04
Ja... ich habe auch so meine Bauchschmerzen mit dem neuen Film. Zumal er etwas "aushebelt", das über 40 Jahre lang Gang und Gäbe war: Kontinuität!

Weder TNG, noch DS9 haben jemals am Design der klassischen Enterprise gerüttelt, sogar die spätere (und stark umstrittende) Serie "Enterprise" hat es nicht gewagt, am Design von Matt Jefferies zu rütteln...

Erinnert sich hier jemand?

http://www.youtube.com/watch?v=TqtAQ8IwKgA
http://www.youtube.com/watch?v=Rkp-MI5hxVw
http://www.youtube.com/watch?v=wDDZE-J1t-Q

Böse Zungen werden jetzt entgegnen: moment, wir haben soooooooooooo viele Unstimmigkeiten: die Trill, nicht übereinstimmende Daten, die Sache mit Khan und Chekov... richtig. Wenn man so viele Episoden macht wie es Star Trek getan hat, dann sind Fehler unvermeidlich - gerade wenn man jede Woche eine neue Folge sehen will! Aber es gab immer wieder Ansätze, um die Schnitzer auszubügeln: Klingonen ohne Stirnwülste? Jupp - Worf findet in einer DS9 Folge lustige Worte dazu... etc.pp...

Aber das hier? Kann man es einen Relaunch nennen? Den gab es ja auch mit Battlestar Galactica? Nein - BSG wurde eben NICHT über Jahrzehnte hinweg fortgesetzt... Dies hier ist ein bewusster Bruch mit Star Trek, wie wir es kannten. Neues Publikum gesucht - nach den finanziellen Fiaskos von Nemesis kein Wunder... Also freuen wir uns auf Effekte, lautes Gedöhns und tolle Farben, hat bei Episode 1 - 3 doch auch geklappt, oder? Erst in E3 fand man dann wieder echten Anschluss an die klassische Trilogie...

Deacan
3  Weltraumsimulationen / Rund um Weltraumsimulationen / Re: Elite 2 Review am: Oktober 01, 2008, 03:39:05
Sehr schönes Review!

Interessant, das dieses Game völlig an mir vorbei gegangen ist - war wohl zu sehr auf den PC fixiert und hatte meinen Amiga A600 nur kurze Zeit auf dem Schreibtisch stehen... hauptsächlich um WC zu spielen - wohlgemerkt!

Nur zu schade, das es keine so guten Games mehr heutzutage gibt...

Deacan
4  Allgemeines / Allgemeines Forum / Re: Science Fiction vs Realität vs Spiel am: September 29, 2008, 09:36:32
...einfach abschalten geht nicht, warum? Da habe ich keine Ahnung!"

Ich denke mal, das ich gerade als "Hobbyautor" eine recht enge Beziehung zu SciFi habe, als Träumer würde ich mich zwar nicht bezeichnen, aber als "Fantast"... ja, das trifft es wohl am besten. Ich gebe es mal zu: während der Phasen der Schreiberei rede ich oft mit mir selbst, "schlüpfe" in die einzelnen Rollen, überlege ob Reaktionen und Aktionen angemessen sind. Auch versuche ich so viel als möglich im Hintergrund zu erklären, was sich in der Arbeit für die Wiki widerspiegelt...

Aber... wenn ich träumen würde, dann nicht allzu unrealistisch. Die Schiffe aus der ersten Phase vom Spiel "Nexus - the Jupiter Incedent" kämen als Handlungsort in Frage...

Was ich gerne einmal erleben würde... am Jupiter vorbeifliegen und seinen "Klängen" lauschen... 
5  Allgemeines / Ankündigungen und News / Re: Privateer 3: Tolle Konzeptzeichnungen! am: September 25, 2008, 10:19:00
hm... gabs da nicht noch mehr?
6  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: ...ne schicke Sache! am: September 17, 2008, 05:30:50
Zitat von: Tolwyn am September 17, 2008, 05:12:06
Sehr beeindruckend! Der Name Stan Wilson sagt mir allerdings herzlich wenig. Muss ich mich schämen? Wink

Ähmm... ja.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stan_Winston

7  Allgemeines / Fan Fiction und Art / ...ne schicke Sache! am: September 17, 2008, 04:38:52
Tja... da hab ich doch glatt etwas im Netz gefunden... Nein, es sind keine Kilrathi, aber sie kommen der Sache schon sehr, sehr nahe!

http://64.207.161.176/ROTC_wppr_1024.jpg

Zur Erklärung: das ist die Arbeit eines Fans, basierend auf Figuren aus der Hand von Stan Winston... genial, oder nicht?

Deacan
8  Weltraumsimulationen / Rund um Weltraumsimulationen / Re: Review Classics: Privateer II - The Darkening am: September 10, 2008, 10:27:23
@Dark Hunter: laut Aussagen etlicher Leutchen (u.s. auf wcnews) soll es funktionieren - allerdings machen wohl einige Konfigurationen Probleme...

Deacan
9  Weltraumsimulationen / Rund um Weltraumsimulationen / Review Classics: Privateer II - The Darkening am: September 10, 2008, 04:47:02
Review – Classics

Privateer 2 „the Darkening“

……………………………………….
Jahr: 1997
Plattform: PC
Produzent: Origin Systems / EA

Nach dem Riesenerfolg von „Wing Commander Privateer“ 1993 stand wohl für jeden eingefleischten Spacesim Fan da draußen fest, das es einen würdigen Nachfolger geben musste… und sie bekamen einen.
Jedoch einen etwas anderen.

Erin Roberts, Bruder von Wing Commander Erfinder Chris Roberts, hatte bereits bei einigen Spielen von Origin erste Erfahrungen sammeln dürfen, so war er Teil des Team um Privateer 1, bei Strike Commander gehörte er ebenfalls mit zu den kreativen Köpfen.
The Darkening wurde letzten Endes sein Projekt, Chris war zu dieser Zeit mit WC4 beschäftigt.

Angesiedelt im Tri-System und auch zeitlich weit entfernt vom Wing Commander Universum, erschuf man eine völlig neue, atemberaubende Welt. Die Liebe zum Detail ist dabei typisch für Origins Spiele zu jener Zeit.
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Lev Arris, der nur wenige Tage zuvor als einziger einen Unfall mit einem Transportschiff überlebt hat. Das Merkwürdige dabei: er kann sich an nichts mehr erinnern… Und als ob das noch nicht genug wäre, beginnt eine wilde Hetzjagd quer durch das System.
Passend zur damaligen Zeit drehte man sämtliche Zwischensequenzen mit echten Schauspielern ab und die Castliste liest sich wie aus einem Hollywoodstreifen: Clive Owen (damals noch recht unbekannt), John Hurt (1984, Alien), Christopher Walken (Gods Army), Amanda Pays, sogar Jürgen Prochnow (Das Boot) konnte verpflichtet werden. Gedreht wurde weniger vor Blue Screens als vielmehr in echten Kulissen, was der Realität stark entgegen kommt.
Gedreht wurde übrigens in England.
Nun sind Filme im Spiel das eine – doch wie schaut es mit dem Spiel selbst aus?

Die Fakten:
-   18 Spielerschiffe
-   Etwa 50 unterschiedliche Einheiten insgesamt
-   18 Planeten
-   Etliche Raumstationen, teilweise spezialisiert
-   Unzählige Ausrüstungsgegenstände
-   Etwa 20 Missionen zur Story
-   Über 100 Nebenplotmissionen, teilweise mit Filmsequenzen untermalt
-   Flügelmänner können angemietet werden

The Darkening ist anders, das bemerkt man bereits, wenn man zum ersten Male vom Boden abhebt. Anders als im Vorgänger fliegt man keine Frachter, sondern reine Jäger – wer Handel treiben will, mietet einfach eines von 6 möglichen Schiffen und spielt dabei Eskorte. Sämtliche Modelle sind für damalige Verhältnisse sehr detailliert, Effekte wie zum Beispiel Spiegelungen von Licht etc. werden verwendet, ohne jedoch das Game zu überladen aussehen zu lassen.
Drückt man auf den Feuerknopf am Joystick, erlebt man die zweite Überraschung: statt einzelner Schüsse regnet es regelrecht Feuer! Man hat sich jedoch recht schnell daran gewöhnt – anders jedoch sieht es mit der Tastaturbelegung aus, umdenken ist unumgänglich…
Die Missionen sind zum Teil recht hart an der Schmerzgrenze, insbesondere was einige der Nebenplots angeht. Im Normalfall aber macht einen nur die Masse der Gegner zu schaffen – es mangelt eindeutig an der KI. So traurig es klingen mag: nahezu 90% aller Gegner verhalten sich gleich, stur wird man frontal angeflogen, dann gibt es saures von vorn. Die Wendigkeit einiger Einheiten treibt einen dabei manchmal regelrecht zum Wahnsinn. Positiv gelöst wurde hingegen das „Belohnungssystem“ für Abschüsse: es gibt Geld. 50 Credtis pro Piraten, 100 Credits pro Shuttle… Fehlen dürfen natürlich auch nicht gegnerische Großschiffe, allerdings gibt es diese meist nur innerhalb von Missionen zu sehen. Natürlich gilt auch hier: je besser man wird, desto besser wird auch der Gegner.

Fazit: Dank der „Ferne“ zu Wing Commander entstand mit Privateer II ein wirklich gutes Game, das sich nicht hinter seinen Vorgänger verstecken muss. Obwohl viele gerade die Trennung zu WC bedauerten und daran zum Teil heftigen Anstoß nahmen, fand das Spiel recht schnell eine große Fangemeinde. Ob es denn nun tatsächlich zum WC Universum gehört oder nicht, darüber kann man sicherlich streiten – so findet man einige „Eastereggs“ im Spiel, etwa das Modell des Talonjägers aus dem Vorgänger.

Pro:
-   Schiffe (Anzahl, Design)
-   Missionsanzahl
-   Gut ausbalanciertes Kräfteverhältnis zwischen den Spielerschiffen
-   Großes Universum
-   Geniale Zwischensequenzen
-   Sehr dunkle Atmosphäre

Contra:
-   KI der Gegner
-   Unklare Missionsaufgaben
-   Reine Spielzeit (Story) etwas zu kurz
-   Kämpfe oft chaotisch

Lohnt sich das Spiel heute noch?
Wieder diese eine Frage… Zunächst einmal, alles was schneller 300MHz läuft verursacht Probleme. Zwar gab es eine Deluxe-Version (für Win95), jedoch ist auch diese oftmals für moderne Rechner unspielbar.
Auf der anderen Seite: Ich selbst verwende den DOS zu Windows Patch, habe einen AMD mit 2,2GHz und einer FX5200 unterm Schreibtisch zu stehen – und das Game läuft! Versuchen sollte man es auf jeden Fall – Suchtgefahr…
10  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: FanFic geht in die zweite Runde am: September 09, 2008, 03:16:29
Nur mal eben auf die Schnelle...

Ich lebe noch - allerdings nach einigen doch recht heftigen Veränderungen: meine Partnerin und ich gehen getrennte Wege, gemeinsame Zukunft ist also damit Geschichte...
Damit fällt auch einiges an Hilfe weg, ich habe ein neues Heim bezogen und ein neues Leben begonnen. Bis vor einigen Tagen hätte ich das Erwachen sicherlich nicht weiter geführt, doch eine Mail eines Lesers hat mich zur Arbeit zurück gebracht...

Ich mache derzeit eine recht schwierige Phase durch, es ist alles andere als einfach - gerade nachdem ich zuvor ja schon die Unterstützung und wichtige Arbeiten (unter anderem das Forum, etliche Arbeiten und "Kollegen") verloren hatte.

Aber: es geht weiter.

Deacan

PS: an alle, die auf eine Neuveröffentlichung vom ersten Teil warten: BITTE habt Geduld! Mein Tag hat nur 24 Stunden, ich muss nebenbei noch arbeiten und sämtliche Arbeiten an den Büchern laufen derzeit unter Eigenregie... Ich kann mich nicht zerteilen und auch wenn Dinge wie Schlaf oder Nahrungsaufnahme oftmals überbewertet werden, so geht es doich nicht ohne...
11  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: FanFic: Das Erwachen II - Stille am: August 01, 2008, 01:20:48
 Teil 12

*

Ser Larsen überprüfte nun schon zum fünften Male seine Uniformjacke, die einfach nicht richtig sitzen wollte.
Hatte er etwa in den letzten Wochen schon wieder an Gewicht und Umfang zugelegt? War das bei der miesen Kost auf Tersa überhaupt möglich? Er entschied sich gegen eine Gewichtszunahme seinerseits und für eine etwas beim Waschen eingelaufene Uniform anderseits.
Das war wohl auch besser so.
Dank seines Kollegen hatte er fast seinen Dienstbeginn verschlafen und jetzt saß er hier wieder mit diesem jungen Nervtöter im Kontrollzentrum der Station. Überraschenderweise war sein Kollege völlig still, er saß einfach nur da, nippte ab und zu an einer Tasse Kaffee und war in irgendeine Lektüre vertieft, die er sich wohl aus dem Datennetz herunter geladen hatte.
Ser Larsen lehnte sich entspannt auf seinem Drehstuhl zurück und ließ seinen Blick über die Monitore wandern, die seinen Arbeitsplatz säumten. Zu seiner Linken gab es aktuelle Mitteilungen, dort lief immer einer der unzähligen Nachrichtenkanäle – allerdings ohne Ton, dafür gab es Untertitel in Unmengen.
War etwas wirklich wichtig, dann wurde es ohnehin permanent als Endlosschleife gesendet.
Direkt in Front gab es eine riesige Radaranzeige für den ganzen Sektor, der immerhin eine Ausdehnung von mehreren Lichtminuten besaß. Neuankömmlinge wurden hier sofort registriert und der Station gemeldet. Die komplette rechte Seite der Arbeitsstation umfasste Displays für unzählige Kameras innerhalb und außerhalb der Station, der Großteil davon war auf die Hangarbereiche gerichtet.
»Ser Larsen?«
Da war es wieder, jenes ungute Gefühl in der Magengegend, das immer dann auftrat, wenn diese eine Stimme seinen Namen aussprach. Immerhin aber war sein Kollege höflich, vermutlich wegen seiner Glanznummer in der vergangenen Nacht.
»Was gibt es denn?«
»Sie wissen schon, dass wir recht hohen Besuch an Bord haben?«
Hoher Besuch? Sicherlich spielte der liebreizende Kollege damit auf die beiden Senatoren an, die allerdings nur auf der Durchreise waren und auch nur so lange auf der Station verweilen würden, bis man ihren stark modifizierten Transporter wieder aufgetankt hatte.
»Und? Was ist daran so besonders? Sind auch nur zwei Menschen mit großer Geldbörse, mehr nicht.«
»Mag sein, aber Sie sollten mal einen Blick auf das Datenpad werfen, das direkt vor Ihrer Nase liegt.«
Larsen griff nach dem Gerät.
»Hat das etwas mit deinem netten Besuch in meinem Quartier letzte Nacht zu tun?«
»Allerdings. Eine Kopie davon ist schon auf dem Schreibtisch der Stationssicherheit gelandet.«
Der junge Offizier stellte seinen Kaffee auf den Tisch, dann rückte er mitsamt seinem Stuhl näher an seinen Vorgesetzten heran. »Wer auch immer hier Daten gezogen hat, er wollte unsere Dienstpläne haben.«
»Das sagten Sie bereits.«
»Die Frage lautet jetzt: wozu benötigt man die genaue Uhrzeit der Starts unserer Milizstreifen draußen, wenn man nicht...«
Ser Larsen sah eher zufällig kurz nach draußen und unterbrach die kleine Rede seines Kollegen.
»Das darf doch nicht wahr sein, schon wieder einer.«
Ein kleiner Frachter, Typ Gea Transit, trieb offensichtlich steuerlos vor dem Haupthangartor herum – genau wie schon am Vortag.
Ser Larsen suchte kurz nach der Schiffskennung, er räusperte sich kurz und versuchte freundlich zu bleiben. »Anflugkontrolle Station Tersa an Frachter DE-89 Maine...«
Ser Larsen hielt inne. Die Maine? Das Schiff konnte gar nicht draußen sein, es stand noch immer im Hangar und die Wartungscrews plagten sich noch immer mit den defekten Triebwerken ab. Diese andere Maine dort draußen jedoch gab kurz etwas Schub…

*

Die Luft war angenehm warm, dazu erklang noch leise Musik aus einer Ecke.
Und draußen war alles voller Sterne, ein riesiger Kugelsternhaufen zog jede Aufmerksamkeit auf sich. Viele hätten ihre Augen regelrecht geweidet an der puren und unverfälschten Schönheit dieser unzähligen winzigen Lichtpunkte, die in ihrer Helligkeit miteinander zu konkurrieren schienen.
Der Klang der sich öffnenden Tür unterbrach das harmonische Bild erbarmungslos, aber der Besucher schien bereits erwartet zu werden.
»Ser?«
»Ich höre?«
Ohne den Blick von den Sternen auf der anderen Seite des Sicherheitsglases zu lassen, stand der Gastgeber einfach nur still vor seinem Quartierfenster.
»Wir hatten keinen Erfolg. Unsere Leute haben versucht, alles an Material zu sichten, was Ihren ehemaligen Freund und Arbeitgeber betrifft, aber wir laufen dabei unweigerlich ins Leere. Falls es eine Kopie der Daten gibt, die wir suchen, dann hat er sie anderweitig versteckt.«
»Wissen Sie, was mich an Ihren Meldungen so sehr stört?«
Etwas verunsichert gab man Antwort.
»Ähm... Nein, Ser?«
Der Gastgeber drehte seinen Kopf kurz etwas zur Seite, nicht genug um seinen Gast wirklich sehen zu können – aber weit genug um eines klarzustellen: Ich weiß sehr gut, wo du stehst...
»Alles wirkt immer so endgültig. Dabei sagte ich bereits mehrfach, dass wir noch lange nicht alle Möglichkeiten tatsächlich ausgeschöpft haben. Es wird Zeit, dass ich persönlich wieder in Aktion trete.«
»Ist das klug? Vergessen Sie bitte nicht, was beim letzten Mal...«
Sofort wurde der Mann unterbrochen.
»Das letzte Mal hatte Sie einfach nur Glück. Und ein paar Freunde. Letzteres wird Sie dieses Mal verlieren. Danach ist alles nur eine Frage des Preises – denn jeder ist letzten Endes käuflich.«
Mit einer schnellen Handbewegung machte der Gastgeber seinen Besuch unmissverständlich klar, dass er besser verschwinden sollte, nach Möglichkeit ohne jeglichen weiteren Kommentar.
Erst als er die Tür hörte, die sich hinter seinem Besucher wieder schloss und er wieder allein in seinen Quartier war, drehte sich der Mann vom Fenster weg, dabei warf er einen ausgiebigen Blick durch seinen kleinen Raum. In den letzten fünf Monaten war er fast ausschließlich auf diese wenige Quadratmeter beschränkt gewesen, er musste ständig aufpassen, wo sein umgebauter Transporter einen Zwischenstopp einlegte.
Und doch – vieles hatte er in Erfahrung bringen können. Nur sein eigentliches Ziel war noch weit entfernt. Solange er keinen Zugriff auf diese Daten hatte...
Mit langsamen Schritten ging er auf seinen Schreibtisch zu, dort aktivierte er eine Gegensprechanlage.
»Brücke?« Dumpf erklang die Antwort aus dem Lautsprecher.
»Brücke hier. Ihre Befehle?«
»Tess? Wir nehmen Kurs auf Hermes.«
»Ja Ser.«
Der Mann sah auf das Chaos, das seinen Schreibtisch regelrecht zierte. Etliche Datenpads lagen dort herum, einige zeigten Sternenkarten und Reiserouten auf den großen Displays, andere diverse Schiffstypen und Händleradressen.
Und mittendrin lag ein Datenpad, das etwas ganz anderes anzeigte – oder besser gesagt: Jemanden anderes. Eine junge Frau, vielleicht Anfang Zwanzig. Sie wirkte klein und zierlich, jemand schien das Bild ohne ihr Wissen gemacht zu haben, es zeigte sie beim Verlassen Ihrer Maschine.
Ein kleiner, blutroter Schriftzug auf der Bordwand des Jägers verriet das offizielle Rufzeichen: Dark Spirit.

*

Fast schien es so, als würde der Jäger diesen Ort genauso wenig mögen wie die Pilotin – nur langsam öffnete sich das Cockpit und nur widerwillig legte die Dame hinter dem Steuerknüppel die Gurte ab.
Immerhin schien man die Luftfilter verbessert zu haben, wirklich abgestanden wirkte die Luft hier nicht, nur etwas zu kalt.
»Willkommen auf Petra. Wenn Sie bitte Ihre Landung bestätigen würden?«
Sera Manley blickte kurz in das Gesicht der Technikerin, die ihr unvermittelt einen kleinen Handscanner unter die Nase hielt und auf Manleys Handabdruck wartete. Diese Dame dort auf der Leiter hatte einen eigenartigen Haarschnitt, vorne sah es aus wie eine Art Igelschnitt, hinten aber war es ellenlang und wurde mit einer Spange zusammengehalten. Und dann noch diese Farben. Blaue und rote Strähnchen vorne, hinten komplett blond.
Seltsame Mischung, aber wer es eben mag...
Manley legte ihre Hand kurz auf den Scanner, dann kletterte sie flugs aus dem Cockpit ihrer guten alten Aurora.
»Sagen Sie bitte, wo kann ich Ser Warrington finden?«
Statt einer Antwort kam nur eine einfache Geste der Technikerin, ein kurzes Kopfnicken in eine bestimmte Richtung. Und richtig, dort standen einige Leute in Uniform und man schien sich recht angeregt zu unterhalten.
Was hatte Hassan doch gleich über ihren Kontaktmann auf Petra gesagt?
»...dann wird es nämlich dunkel im Raum...«
Nun, diese Umschreibung traf hier ehrlich gesagt gleich auf zwei Herren in der illustren Runde zu, Manley nahm beide kurz in Augenschein, dann entschied sie sich für denjenigen, der offensichtlich mehr Pfunde auf seinen Hüften verteilt hatte.
»Ser Warrington?«
Der fleischgewordene Alptraum eines jeden Schneiders drehte sich langsam um.
»Wer will das wissen?«
Manley griff in die Innentasche ihrer Pilotenjacke.
»Sera Dana Manley, CIS, Hades. Ser Hassan müsste Sie bereits informiert haben.«
Der Mann warf einen flüchtigen Blick auf den Dienstausweis der Agentin.
»Ah, Sie sind das also. Ja, wir haben bereits ein Büro für das Verhör vorbereitet.«
Manley glaubte sich verhört zu haben. Verhör? Während des Fluges hierher hatte sie das Dossier gelesen, es ging hier um ein Kind als Augenzeugen und da war ein Gespräch in einem grauen und völlig kahlen Büro eindeutig der falsche Weg.
»Hören Sie, warum bringen Sie den Jungen nicht einfach hierher? Also direkt zum Raumhafen.«
Ser Warrington sah Manley an, seine Augen kniff er dabei zusammen, so als würde er in einen hellen Scheinwerfer sehen.
»Hierher? Und zu welchen Zweck? Hier haben wir keine Aufzeichnungsgeräte, keinen Lügendetektor...«
Die Agentin hatte genug gehört und winkte verächtlich ab.
»Es ist ein Kind, Ser Warrington. Und kein Schwerverbrecher. Alles was wir wollen, ist eine kleine Aussage. Nur ein kleiner Tipp vom Jungen bezüglich des Gerätes. Einverstanden?«
Ser Warrington schien kurz zu überlegen.
»Nun gut, Sie haben ja die Leitung der ganzen Show hier. Also gelten wohl auch Ihre Spielregeln.«
Er winkte einen seiner Kollegen herbei, dann gab er den Befehl, das Kind bringen zu lassen.
Aber in was für einen Ton!
Manley glaubte sich erinnern zu können, dass sie auf der Akademie einmal einen Professor für Datenverarbeitung erleben durfte, der ähnlich barsch und kühl seine Kommandos an die Damen und Herren Studenten verteilt hatte. Ob es da wohl eine Verwandtschaft gab?
Die Agentin verwarf den Gedanken schnell wieder, auch wenn die Grübeleien mit Sicherheit für etwas positive Stimmung – sprich ein erfrischendes Lächeln – gesorgt hätten.
Sie nahm dafür ihren Kontaktmann etwas genauer in Augenschein. Warrington war riesig, mit Sicherheit über zwei Meter groß und brachte garantiert zweihundertundfünfzig Pfund auf die Waage. Trotzdem wirkte nicht unbeholfen oder gar träge. Nein, dieser Mann war sogar recht durchtrainiert und man konnte nur wage die schiere Kraft erahnen, die allein in seinen Oberarmen steckte. »Dann erzählen Sie mal, wie ist denn die Stimmung derzeit auf Hades?«
Warringtons Versuch einer kleinen Konversation wirkte irgendwie recht unbeholfen, Manley jedoch sah einfach darüber hinweg.
»Wie man es nimmt, diejenigen in der Führungsetage fühlen sich natürlich nicht sonderlich wohl – Sie wissen ja sicherlich von der Sache mit Angus Santana.«
Warrington nickte verständnisvoll.
»Ja, da lob ich mir diesen kleinen, friedlichen Posten hier. Und Sie? Macht Ihnen das ewige Reisen Spaß?«
Seltsame Frage. Obwohl – in der Vergangenheit war sie vielleicht mehr im Tri-System unterwegs gewesen als beispielsweise so mancher Frachterpilot, der einfach nur zwischen zwei Systemen hin- und herpendelte. Sie zog nur unschlüssig die Schulter hoch.
»Hat seine guten und auch schlechten Seiten.«
Warrington versuchte sich in einen Lächeln, dann zeigte er nach oben.
»Da draußen – schlechte Seite und hier drinnen – gute Seite.«
Seine Hand zeigte jetzt auf den Boden des Hangars, Manley sah fragend in Warringtons Gesicht.
»Das heißt also, das Sie den Dienst beim Bodenpersonal lieben, oder?«
Warrington nickte, er zog ein wenig seine Hose nach oben.
»Bei meinen Ausmaßen wird es in jedem Jäger immer fürchterlich eng...«
»Ser Warrington?«
Der Ermittler drehte sich in die Richtung, aus der die Stimme kam. Sein Kollege kam zurück in den Hangar, links neben ihm stiefelte ein kleiner Junge einher, der sichtlich Mühe hatte, den recht großen Schritten seiner Begleitung folgen zu können. Auf der rechten Seite erkannte Manley eine junge Frau in Zivil, mit Sicherheit die Mutter des Jungen. Ihr Gesicht zeigte deutliche Spuren von einer schlaflosen Nacht, auch wenn sie versucht hatte, die Zeichen mittels Make-up verschwinden zu lassen.
»Sera Ryan?«
Manley wollte nach Möglichkeit das Gespräch ohne Ser Warringtons Einmischung beginnen, bei seiner Art mit Menschen umzugehen würde die Agentin erhebliche Probleme bekommen, das Vertrauen von Mutter und Kind zu gewinnen.
Die Frau nickte, zögernd reichte sie Manley die Hand zur Begrüßung. »Sera Dana Manley, CIS, Hades.«
Sie holte ihre ID-Card hervor und gab diese Sera Ryan in die Hand. »Und du musst dann Eugene sein.«
Der Junge nickte lebhaft, Manley überlegte, wie sie am besten mit dem Kind ins Gespräch kommen würde – sie selbst hatte ja keine Kinder und in ihrer Ausbildung war das Thema „Psychologie und Kinder“ nur kurz behandelt worden, besser gesagt hatte sie bei diesen Thema friedlich in der Vorlesung geschlafen. Beim Umgang mit Schusswaffen allerdings war sie dann wieder hellwach gewesen.
Also versuchte sie den direkten Weg. »Eugene? Magst du mir helfen?«
Manley kniete sich vor den Jungen hin, so dass sie mit ihm auf gleicher Augenhöhe war.
»Helfen? Und wobei?«
»Man hat mir erzählt, dass du einen kleinen Gegenstand gefunden hast. Und dieser Gegenstand ist gefährlich, aber das weißt du ja inzwischen. Wir wollen nicht, dass ein anderes Kind einen solchen Gegenstand findet.«
Eugene unterbrach den Redefluss der Agentin.
»Dann brauchen Sie aber eine Taschenlampe.«
Er griff in seine Hosentasche und holte eine kleine Handlampe heraus. Dann sah er Manley an. Die machte es dem Jungen einfach nach, ein kleiner Griff in ihre Jackeninnentasche genügte.
»Okay, Taschenlampe habe ich dabei. Und jetzt?«
»Jetzt müssen Sie mir sagen, ob Sie sich ganz, ganz klein machen können.«
Klein? Manley ahnte was Eugene damit meinte, vermutlich hatte sich das Kind durch einen Felsspalt oder einen Schacht gezwängt.
»Ich werde versuchen, es genauso zu machen, wie du es mir vormachst. Also, darf ich mitkommen?«
Eugene sah die Agentin einmal von oben nach unten an, dann warf er einen kurzen Blick auf seine Mutter, die kurz mit den Kopf nickte.
»Also dann, mir nach.«
12  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: FanFic: Das Erwachen II - Stille am: August 01, 2008, 01:19:30
 Teil 11

*

Sie saß einfach still auf einer kleinen Bank in einem der vielen Flure des Hospitals und war zum Warten verdammt, nichts konnte sie tun, nichts konnte sie sagen.
Nur warten...
Der medizinische Notdienst hatte das Quartier der kleinen Familie innerhalb weniger Minuten erreicht, man stellte viele Fragen doch sie hatte keine Antworten.
Alles was sie tun konnte war immer wieder auf das Gerät zu zeigen. Danach gab es nur noch unendlich viele Tränen.
Eine Tür öffnete sich, zum Vorschein kam einer der Ärzte, der schon die Erstversorgung im Quartier vorgenommen hatte.
»Sera Ryan?«
»Ja?«
Benommen stand sie auf und wankte dem Arzt einige Schritte entgegen.
»Langsam, Sera Ryan, ganz langsam. Ihr Mann wird überleben, wir erwarten auch keinerlei Folgeschäden. Seine gute körperliche Kondition und der nur sehr kurze Kontakt mit der Waffe waren dafür wohl entscheidend.«
Sera Ryans Gesicht hellte sich auf, es war ein seltsamer Kontrast zu den Tränen, die in schnurgeraden Linien über ihre Wangen liefen.
»Sind Sie absolut sicher?«
Der Arzt nickte, dann legte er seine Hand auf ihre Schulter.
»Bitte setzen Sie sich doch wieder. Ich habe da allerdings noch ein paar Fragen.«
»Ich weiß nur leider keine Antworten.«
»Wir werden sehen. Diese Waffe – bitte, wo ist die her?«
Sera Ryan sah den Mediziner in die Augen.
»Unser Sohn muss sie gefunden haben, wir hatten ja keine Ahnung was es damit auf sich hatte. Hätte wir auch nur geahnt... Es sah so harmlos aus.«
»Glauben Sie, dass Ihr Sohn uns die Stelle zeigen könnte, wo er das Gerät gefunden hat?«
Sie nickte, wenn auch leicht zögerlich.
»Muss das noch heute passieren? Eugene wurde leider wach, er hat seinen Vater gesehen, er hat alles mit ansehen müssen. Ich würde ihn gerne noch ein paar Stunden ruhen lassen, er ist bei seiner Freundin, die Mutter war so nett ihn erst einmal dort unterzubringen.«
»Aber ja, das geht in Ordnung. Wir werden die Befragung auch nicht selbst vornehmen, dafür werden ein paar Experten der CIS hier eintreffen. Wir haben auf das Alter Ihres Sohnes hingewiesen und es hieß eindeutig, dass man das berücksichtigen würde. Wenn Sie noch Fragen haben, hier ist meine Karte. Sie erreichen mich Tag und Nacht, versprochen.«
Dankend nickte sie dem Arzt zu.
»Kann ich zu ihm?«
»Ja, aber erst in einer halben Stunde. Wir mussten seinen Körper völlig entgiften, ich möchte Ihnen den Anblick der vielen Apparaturen nach Möglichkeit ersparen, wenn Ihnen das recht ist. Es sieht nämlich schlimmer aus als es tatsächlich ist.«
Sera Ryan überlegte einen kurzen Augenblick, dann entschied sie sich gegen den Rat des Arztes.
»Ich will ihn jetzt sehen!«
»Einverstanden, kommen Sie bitte mit.«

*

Ein hellblau leuchtender Nebel fesselte den Blick, die Stille des Alls beherrschte die Szene draußen jenseits des Sicherheitsglases.
Drinnen sah es jedoch anders aus...
Die Tür zu Ser Arris kleinen Raum wurde regelrecht aufgetreten, erschrocken sah der Clanführer auf und blickte dabei direkt in die Mündung eines Blasters.
Sofort reagierten zwei Wachleute des Clans, die sich ebenfalls im Raum befanden und eigentlich ihre aktuellen Dienstpläne abholen wollten.
»Die Waffe runter! Sofort!«
Einer der Wachleute zog mit aller Gewalt Ser Arris samt des Sessels, auf dem er saß, nach hinten und stellte sich direkt in die Schusslinie vor seinen Arbeitgeber – nur Bruchteile einer Sekunde hatte dieses Manöver gedauert, mit atemberaubender Geschwindigkeit hatte der Wachmann nebenbei noch seine Waffe gezogen.
Auch seine Kollegin nahm den unangemeldeten Besucher sofort ins Visier. »Ich sagte: Die Waffe runter! Sofort!«
Der Besucher schien zu überlegen, ob er tatsächlich schießen sollte oder nicht, dann senkte er plötzlich seinen Blaster.
Sein Blick war hasserfüllt.
»Ich verlange nur eine Erklärung. Mehr nicht. Zumindest vorerst nicht.«
Gut, das war zumindest ein möglicher Anfang, Ser Arris stand langsam auf und suchte direkten Blickkontakt zum Gast. Der war recht groß und kräftig, vielleicht Anfang Dreißig.
»Ich kenne Sie doch... Sie arbeiten für die Jincilla, habe ich recht?«
Der Fremde nickte, widerstandslos gab er seine Waffe an den weiblichen Wachmann ab. »Und was soll dann dieser Auftritt hier?«
Der Jincilla rang sichtlich nach Luft, er schien quer durch das ganze Schiff gerannt zu sein. Direkt hinter dem Piraten kam ein weiterer Wachmann zum Vorschein, auch er war völlig außer Atem. Seine Worte gingen fast in dem gerade einsetzenden schrillen Alarmsignals aus den Schiffslautsprechern unter.
»Ser Arris... Es tut mir leid, wir haben versucht ihn aufzuhalten, aber er war irgendwie schneller.«
Arris sah seinen Angestellten scharf an.
»Warum wurde mir seine Landung nicht gemeldet?«
Der Jincilla kam dem Wachmann mit der Antwort kurzerhand zuvor.
»Es gab keine Landung, ich bin mit einem Shuttle hier, es ist an einer der unteren Schleusen angedockt.«
Arris MACS ging online, auf dem offenen Audiokanal hörte er die Stimme von Ser Deacan Reese.
»Ser Arris, wir haben den Alarm gehört. Ist alles in Ordnung bei Ihnen?«
»Es geht mir bestens, falscher Alarm. Ich erkläre es später, Arris Ende.«
Mit einer schnellen Handbewegung deaktivierte der Clanführer das Gerät, dann wandte er sich seinen Leuten zu, wies mit der Hand jedoch auf den Jincilla. »Und niemand hat das bemerkt? Da habe ich ja schöne Experten in meinen Reihen. Würde bitte jemand so freundlich sein und den Alarm abschalten? Man versteht ja kaum sein eigenes Wort.«
Eigentlich war dies eher scherzhaft als wirklich böse gemeint, zumindest sah einer der Wachleute leicht beschämt nach unten, seine Kollegin griff zum MACS und deaktivierte den Alarm.
»Es tut mir leid, aber mit deaktivierten Triebwerk und völlig abgestellter Elektronik hätte mich niemand bemerken können. Aber ich bin in offizieller Mission hier. Bitte erklären Sie uns das hier.«
Der Jincilla griff in die Innentasche seiner kurzen Jacke und sofort gingen die Wachleute wieder auf Verteidigungsposition. »Keine Angst. Das ist nur ein Datenpad.«
Langsam holte der Mann das Datenpad hervor, er legte es auf den Schreibtisch und Ser Arris nahm es umgehend in Augenschein. Das Display zeigte eine Nachricht, darin wurde von einem mit Treibstoff beladenen Frachter berichtet, der offenbar ein leichtes und günstiges Ziel darstellte – zumindest dann, wenn man als Pirat unterwegs war.
»Ich verstehe nicht ganz, was hat das bitte mit mir zu tun?«
Ser Arris blickte vom Display auf.
»Das ist doch Ihre Unterschrift darunter. Oder etwa nicht?«
»Wie bitte?«
Der Clanführer sah ein weiteres Mal auf das Display, dann vergrößerte er die letzten Worte am Ende der Nachricht und las sie leise vor. »...mit freundlichen Grüßen, Ser Lev Arris, an Bord des Zerstörers Dream.«
Ein müdes Lächeln legte sich auf Arris Gesicht. »Es tut mir ja leid, aber ich gebe schon aus Prinzip keine Anleitungen oder gar Hinweise zum Schiffsklau. Das hier stammt nicht aus meiner Feder.«
»Ach nein? Sie sollten sich mal die nächste Nachricht ansehen, vielleicht hilft das Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge.«
»Nun gut, wenn Sie darauf bestehen.«
Arris nahm wieder Platz, dann berührte er kurz eine Schaltfläche auf dem Datenpad und was er zu sehen bekam, das verschlug ihm regelrecht die Sprache.
Eine Nachricht war das hier im eigentlichen Sinne nicht, eher eine Abfolge von Bildern.
»Das ist gut vier Stunden alt und stammt aus dem Desolia-System.«
Arris erkannte nur zu gut das hier verwendete Schema und er erinnerte sich auch sofort an eine ähnliche Aktion vor einigen Monaten, damals erwischte es Hunderte Kiowan – der Schuldige war bis zum heutigen Tag noch immer auf freien Fuß.
Man hatte Angus Santana verdächtigt, aber jetzt sah das völlig anders aus.
»Sehe ich das richtig? Falscher Treibstoff?«
Der Pirat nickte kurz.
»Allerdings. Und wir wissen genau, dass es die Kiowan auf die gleiche Art und Weise schon vor uns erwischt hat. Also, macht es Spaß, uns aus dem Weg zu räumen?«
Ser Arris legte das Datenpad auf seinen Schreibtisch, dann stand er auf und ging einige Schritte auf seinen Gast zu.
»Ihre Verluste?«
»An Menschenleben? Mehr als Achthundert. Das waren gut vierzig Prozent unserer Einheiten im gesamten Sektor. Und alles Dank Ihrer Nachricht.«
»Ich betone es noch einmal, ich habe keinerlei Nachrichten an Ihren Clan verschickt. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass einer meiner Leute hier so etwas getan hat.«
Der Gesichtsausdruck des Jincilla wurde düster.
»Ist das alles? Nur Ihr Wort, keine Beweise? Das hier trägt nicht nur Ihren Namen, sondern auch Ihre Kennung, Ihren Frequenzbereich und Ihre Verschlüsselungssequenzen. Für uns ist es damit authentisch. Es tut mir leid, aber Ihr Wort allein wird nicht reichen, um meine Vorgesetzten von Ihrer Unschuld zu überzeugen. Beim besten Willen nicht.«
Arris dachte nach, zumindest dieser eine Punkt ging eindeutig an den Piratenclan der Jincilla.
Er griff nach dem Datenpad, machte eine kurze Notiz darauf und gab es dem Jincilla wieder zurück. Ungläubig sah der auf die kurze Notiz des Clanführers, aber noch bevor er etwas fragen konnte, kam Ser Arris ihm zuvor.
»Das ist die Sensorenkennung dieses Schiffes hier, mit diesen Daten können Sie sofort und ohne Probleme die Dream finden. Falls Ihnen mein Wort nicht reicht, steht es Ihnen natürlich frei, uns hier mit Ihrer Streitmacht einen kurzen Besuch abzustatten. Wir werden nicht weglaufen, denn wir haben nichts getan. Und jetzt sollten Sie bitte gehen.«
Der Pirat legte das Datenpad wieder auf den Schreibtisch, drehte sich langsam um und verließ wortlos das kleine Arbeitszimmer, ein Wachmann begleitete ihn zurück zu seinem Schiff.
Arris sah ihm nachdenklich hinterher.
Jetzt hatten die Probleme erst angefangen.

*

Das Piepsen ihres MACS ließ Manley aufhorchen – nur, wo war das blöde Ding nur?
Erst jetzt fiel der Dame nämlich auf, dass ihr Schreibtisch schon wieder wie ein Schlachtfeld voller Papier aussah. Vorsichtig hob sie einige Akten hoch, hielt dann kurz inne und lauschte angestrengt, von wo nun genau das Signal eigentlich kam – ein schwieriges Unterfangen, sie wollte nach Möglichkeit nichts durcheinander bringen, auch wenn dies zum jetzigen Zeitpunkt fast an das schier Unmögliche grenzte.
»Ah, hab dich!«
Mit einem Ruck zog sie das Gerät unter einem Aktenordner hervor und warf dabei eine große Tasse mit Milchkaffee mit von der Tischplatte. »Na, verdammt. Doch nicht jetzt...«
Manleys kleine Selbstgespräche verloren sich zum Glück unbeantwortet im Raum, hastig versuchte sie etliche Seiten des kostbaren Papiers vor der nahenden Kaffeeflut in Sicherheit zu bringen.
Da sie hierfür beide Hände benötigte, legte sie ihr MACS auf die Schreibtischkante und damit direkt auf eine mit Honig beschmierte Brötchenhälfte.
Gerade war sie mit der kleinen Räumaktion auf dem Fußboden fertig, da bemerkte sie auch schon die süße und klebrige Überraschung auf ihren MACS, noch dazu mitten auf dem Display. Verzweifelt sah sie nach links und rechts auf das Papierchaos, irgendwo mussten doch hier ein paar Servietten liegen.
Obwohl, dafür war jetzt auch keine Zeit mehr.
Also Plan B: Mund auf und mit der Zunge versuchen, das kleine Missgeschick auf diese zugegebenermaßen angenehmste Weise zu beseitigen. Das MACS ging jetzt dank der Touchscreenfunktion des Displays online und Manleys Gesprächspartner bekam interessante Einblicke in die dentale Welt der CIS-Mitarbeiterin.
»Ich werde nicht fragen, was Sie da tun, Manley.«
Klasse, ausgerechtet Ser Hassan musste am anderen Ende der Leitung sein.
»Ist mit Sicherheit auch besser so, kleiner Unfall, nichts weiter.«
Hassan schenkte seiner Kollegin ein breites Grinsen.
»Ich verstehe... Zum Thema, sagen Sie, wann hatten Sie zuletzt ein paar schöne Stunde auf Petra?«
Manley sah irritiert auf das Display. Sollte das etwa ein Scherz sein?
»Schöne Stunden? In Verbindung mit Planet Petra? Also da verwechseln Sie garantiert etwas. Wollten Sie nicht eher Janus IV sagen?«
Hassan schüttelte den Kopf.
»Nein, Petra. Es gab vor Ort einen Unfall mit einer experimentellen Waffe. Und ich würde es begrüßen, wenn Sie der Sache auf den Grund gehen. Alles andere kann warten. Sämtliche Daten schicke ich Ihnen auf Ihr MACS. Ihr Kontaktmann vor Ort heißt Ser Warrington, Sie werden ihn erkennen, sobald er vor Ihnen steht. Denn dann wird es dunkel im Raum.«
Hassans kleiner Scherz verfehlte seine Wirkung nicht, das Gesicht seiner ehemaligen Mitarbeiterin hellte sich auf.
»Dann bin ich also als Beobachterin unterwegs?«
»Nein, als Agentin der CIS. Ich habe das in die Wege geleitet, nur so haben Sie die volle Unterstützung der Behörden vor Ort.«
Manley zog erstaunt die Augenbrauen ein wenig hoch.
»Und ich dachte, mein aktiver Dienst in der Truppe wäre beendet und ich würde nur noch als Kontaktperson agieren?«
»Wie war das doch gleich mit dem Vertrauen in Ihre Person und Fähigkeiten?«
»Ich verstehe. Wann breche ich auf?«
Hassan lächelte.
»Wie, Sie sind noch nicht unterwegs?«
13  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: FanFic: Das Erwachen II - Stille am: August 01, 2008, 01:13:29
 Teil 10

*

»Hier sind die Daten, um die Sie gebeten hatten.«
Sera Manley sah von ihren Schreibtisch kurz auf, dann nickte sie dem Soldaten zu.
»Danke. Legen Sie es einfach zu den anderen.«
Etwas unsicher suchte der junge Soldat einen freien Platz für sein Material auf den riesigen Stapel von Akten und Ordnern, dann verschwand er wieder still und leise aus dem Raum. Etwas gestresst sah der Rotschopf im kurzen Rock auf die schiere Flut von Material, das man ihr da aufgetürmt hatte.
Daten ohne Ende, Papier ohne Ende. Egal, das war halt ihr Job.
Der Großteil der Daten hier kam direkt aus den Großrechnern der CIS, hauptsächlich Dienstakten, Personaltransfers und jede Menge an internen Sicherheitsprotokollen. Der Rest bestand aus Daten vom Clan, Ser Arris hatte bereits mit etlichen Informanten Kontakt aufgenommen, man suchte verzweifelt nach den Hintergründen für den Tod des ehemaligen Senatoren namens Angus Santana. Manley selbst hatte diesen Mann nur zweimal persönlich gegenüber gestanden, einmal bei der ersten Vernehmung und ein zweites Mal beim Transferflug nach Hades, einer Aktion, die man unter ihre Leitung gestellt hatte.
Und jetzt?
Wochen der Arbeit schienen umsonst gewesen zu sein.
Der Großteil der Menschen im Tri-System kannte Angus Santana nur als Senatoren mit zum Teil recht seltsamen Ideen und Aktionen, daneben war der noble Herr aber auch als Firmenbesitzer tätig gewesen. Was allerdings genau hinter den Fassaden seiner Gesellschaft namens Interplanetary Aid passierte oder ob es einen direkten Zusammenhang zu Santanas Plänen gab – all dies waren Fragen, die man selbst in den Monaten nach der Verhaftung Santanas nicht klären konnte. Interplanetary Aid verkaufte und produzierte medizinische Geräte, von der Kühlkapsel bis hin zum Laserskalpell.
Hauptabnehmer hierfür waren die Krankenhäuser auf Crius.
Okay, das war also eine Sackgasse, dann eben anders.
Manley beschloss, einen genaueren Blick auf die Baupläne der Hochsicherheitsanlagen von Hades zu werfen, vielleicht hatte man ja etwas übersehen. Laut den Unterlagen hatte Santana in einer der Zellen gesteckt, die man inoffiziell als Grube bezeichnete – wobei die Bezeichnung der Realität doch sehr nahe kam. Die Gefangenen lebten in einer Art Keller, direkten Zutritt bekam man nur von oben.
Ein Kraftfeld bildete die „Raumdecke“ und stellte zeitgleich auch das eigentliche Schloss der Zelle dar. Selbst falls jemand dieses Feld überwinden konnte, atmen konnte man draußen nicht. Über den Gruben lag eine hochgradig giftige Atmosphäre, die jeden ohne Atemmaske binnen weniger Sekunden tötete. Wer also auch immer den Senatoren in jener Nacht einen Besuch abgestattet hatte, der musste zwangsläufig im Besitz einer entsprechenden Schutzausrüstung und des passenden Codes für das Kraftfeld gewesen sein. An die Atemmaske kam man nur mit Hilfe eines speziellen MACS heran, die Freigabe oblag Ser Hassan persönlich.
Und der Code fürs Kraftfeld... Das war noch weitaus komplizierter, Fingerabdruck und eine optische Abtastung der Netzhaut waren nötig, um einen Besucher auch nur anzumelden. Und die Aufsicht teilten sich ganze vier Personen, allesamt langjährige Mitarbeiter der CIS. Letzten Endes konnte die ganze Prozedur von Ser Hassan sofort außer Kraft gesetzt werden, ein einziges Codewort genügte bereits.
Also vier Personen, Nummer Fünf strich Manley sofort von ihrer Liste, Ser Hassan war ihr Mentor, ihr Freund, ihr langjähriger Weggefährte. Und an seiner Loyalität gab es keinerlei Zweifel.
Sera Manley übertrug die Namen der vier Wachmänner direkt auf ihr MACS, in den kommenden Stunden würde sie in der Vergangenheit dieser Männer graben und jedes noch so kleine Detail ans Licht befördern.
Vorerst allerdings gab es etwas Wichtigeres. Manley aktivierte eine kleine Gegensprechanlage auf ihren Schreibtisch. »Könnte mir bitte jemand etwas zu essen bringen? Und ein Kaffee wäre wirklich schön.«
»Kommt sofort, Sera Manley.«

*

»Willkommen auf Anhur, Ser. War der Flug wenigstens angenehm?«
Ser Hassan schenkte dem Sprecher des Empfangskomitees einen kurzen Blick, dann nickte er leicht.
»Haben Sie alles vorbereitet?«
»Ja Ser. Wenn Sie mir einfach folgen würden? Wir haben ein Quartier für Sie hergerichtet, falls Sie länger auf Anhur verweilen möchten.«
Ser Hassan erwiderte nichts darauf. Er wollte nur auf schnellstem Wege seinen Verdacht bestätigt sehen und danach sofort wieder nach Hades zurück fliegen.
Lange Aufenthalte außerhalb seines Büros waren ohnehin nicht nach seinem Geschmack.
Schnellen Schrittes erreichte die kleine Truppe einen geschlossenen, hellgrauen Landgleiter, der als Taxi fungierte und direkten Kurs auf den Bürokomplex der CIS nehmen würde. Als sich die Schiebetür hinter dem letzten Soldaten schloss und der Gleiter langsam abhob, hörte man Hassan deutlich aufatmen.
»In Ordnung, geben Sie mir einen groben Überblick.«
Erstaunt zog der Offizier auf dem Platz direkten neben Hassan die Augenbrauen hoch.
»Hier? Ich hatte gedacht, dass Sie in der Zentrale einen detaillierten Bericht sehen wollten.«
Hassan sah stur geradeaus.
»Ihren so genannten detaillierten Bericht kann ich auch auf dem Rückweg studieren, meine Zeit ist begrenzt. Also?«
Für einige Sekunden herrschte Ruhe im Gleiter, dann räusperte sich der junge Offizier und begann mit seinen Bericht.
»Wir haben einen Söldner verhaftet, die Anklage wird auf Totschlag lauten, es hat einen Beamten erwischt, der allerdings nicht im Dienst war. Die Waffe, falls man sie so nennen kann, ist für uns ein Rätsel. Es ist ein kleines, elektronisches Bauteil, das wohl mit Sensoren bestückt ist und sich bei Berührung mittels eines Nervengiftes verteidigt. In unseren Archiven haben wir nichts Vergleichbares finden können.«
Hassan drehte langsam seinen Kopf zur Seite, er suchte direkten Blickkontakt zu seinen Gesprächspartner.
»Und der Söldner?«
Der Offizier schüttelte energisch den Kopf.
»Keine Akte, keine Identität, dafür gefälschte Papiere. Eine Probe seiner DNA verlief inzwischen auch erfolglos. Vermutlich hat man seine Vergangenheit gelöscht.«
Hassan überlegte einen Augenblick. Vor einiger Zeit gab es einen Söldner namens Lev Arris, der ebenfalls für einen längeren Zeitraum ohne eine wahre Identität lebte – allerdings suchte eben dieser Ser Lev Arris verbissen danach. Was er letztlich vorfand war eine ganze andere Geschichte, an deren Ende die Führungsposition im Clan stand.
Egal, das hier war mit Sicherheit eine völlig andere Sache, dieser namenlose Söldner hatte bewusst seine Identität abgelegt und unter Garantie wusste er genau, warum er das tat.
Hassan griff in die Innentasche seiner Jacke, er schien etwas zu suchen.
»Sagen Sie, sieht das bewusste Gerät vielleicht so aus?«
Zwischen Daumen und Zeigefinger hielt Hassan ein kleines Bauteil hoch und sein Platznachbar erkannte sofort eine verblüffende Ähnlichkeit. Allerdings war Hassans Version leicht geschwärzt, so als wäre es längere Zeit einem intensiven Feuer ausgesetzt gewesen.
»Wo haben Sie denn das her?«
Hassan verstaute das Gerät wieder in seiner Innentasche.
»Beantworten Sie eine Frage immer mit einer Frage? Aber egal, ich werte Ihre Reaktion einmal als ein Ja. Ehrlich gesagt habe ich mehrere davon in der Schublade meines Schreibtisches auf Hades, alle sind in Wracks von zivilen Raumjägern gefunden worden und die ältesten davon stammen noch aus der frühen Zeit des alten Clans. Nur... Bislang waren alle ohne Funktion. Alle, bis auf Ihres.«
Hassans Blick wanderte wieder nach vorn. »Wissen Sie schon, wie das Teil in etwa funktioniert?«
»Wir haben da eine Vermutung, wahrscheinlich speichert es die DNA seines Besitzers ab und reagiert dann aufs Übelste, wenn ein Fremder es berührt. Obwohl es hierbei auch Ausnahmen zu geben scheint. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran.«
Knapp zwei Minuten später kam der Gleiter zum Stillstand und die Tür wurde von außen geöffnet.
Hassan stieg als erster aus dem Gleiter aus, er drehte sich um und sah auf seinen Untergebenden, der sich gerade von seinem Platz erhob.
»Gut, dann zeigen Sie mir mal, was Sie für mich haben. Bitte kein Fachchinesisch, nur die Fakten in verständlicher Sprache.«
»Gerne Ser.«

*

Die beiden aufblitzenden Positionslichter an den Enden der winzigen Tragflächen der Veldor waren schon aus großer Distanz für jeden Piloten deutlich zu sehen. Noch deutlicher waren nur die großen und hellen Landescheinwerfer des Monolith-Frachters zu erkennen, die auf die winzige Andockschleuse eines verlassenden Depots gerichtet waren und dem Piloten den Anflug wesentlich erleichtern sollten.
Die Veldor fungierte offensichtlich als Begleitschutz für den Frachter und damit befand sich das Großschiff in denkbar schlechter Gesellschaft: Jincilla-Piraten.
Einige leichte Jäger vom Typ Skull flogen in enger Formation über die Frachtmaschine hinweg, ein großer Kreuzer des Piratenclans säumte das Geschehen in unmittelbarer Nähe, zwei Shuttles tauchten direkt hinter dem Depot auf und hielten mit Höchstgeschwindigkeit auf den Frachter zu.
Dieser Beutezug der Piraten schien sich im wahrsten Sinne des Wortes gelohnt zu haben.
Der Pilot der Veldor nahm Kontakt zum Kreuzer auf.
»Hier ist Patrouille Eins. Haben den Frachter gefunden! Das war fast zu einfach, die Besatzung war wie versprochen nicht an Bord, ein Shuttle fehlte – offenbar war gerade ein Schichtwechsel im Gange. Wir mussten nur noch einsteigen und die Triebwerke starten.«
»Was ist mit der Miliz?«
Ein lautes Lachen drang aus den Lautsprechern.
»Wir waren viel zu schnell für die Typen in Uniform. Das ganze Unternehmen hat nicht einmal zehn Minuten in Anspruch genommen.«
An Bord des Kreuzers machte sich eine euphorische Stimmung breit, noch nie war eine Aktion derartig gut verlaufen wie diese hier. Zudem war man sehr dankbar für den kleinen Hinweis auf diesen Beutezug, den man von einem „Kollegen“ erhalten hatte.
»Frachter ist angedockt, Halteklammern gesichert. Wir beginnen mit dem Ausladen der Fracht, Treibstoff hat hierbei höchste Priorität!«
Auf der Brücke des Kreuzer herrschte sofort hektische Betriebsamkeit, einige Jäger draußen flogen mit fast leeren Tanks durch die Gegend. Man nahm zu den einzelnen Schiffen Kontakt auf und leitete diese dann direkt unter den Frachter, dort hatte inzwischen ein Shuttle angedockt, das mit einer Tankvorrichtung ausgestattet war und gewissermaßen als mobile Pumpe dienen sollte.
»Patrouille Eins, Sie haben uns den Frachter gebracht, Sie dürfen als erster Sprit fassen.«
»Verstanden, Kurs liegt an.«
Eigentlich waren die Tanks der Veldor noch zur Hälfte gefüllt, aber in alter Tradition stand dem Piloten der Veldor auch das erste Stück vom Beutegut zu und das war hauptsächlich Treibstoff. In den übrigen Frachträumen lagerten ein paar Lebensmittel, Dosenfleisch und zwei komplette Kisten mit hochprozentigem Alkohol.
Für die kleine Siegesfeier war also auch schon gesorgt.
Dank der Hochleistungspumpen des Shuttles dauerte das Auffüllen der Veldor mit Treibstoff nur wenige Sekunden, zufrieden löste der Pilot die Andockklammern und gab ein wenig Schub.
Direkt hinter sich konnte er bereits eine Skull erkennen, die als nächstes ihren Treibstoffvorrat auffüllen wollte.
Dann wurde es plötzlich taghell...
Eine Feuersäule schlug aus den Triebwerken der Veldor, die Hitze riss die Triebwerke auseinander.
Die Explosion erfasste sofort das Shuttle, die Besatzung sah nicht einmal, was sie traf. Dann griff das Feuer in Sekundenschnelle auf den Monolith über, eine Schockwelle raste durch das System, sie erfasste den Kreuzer, dessen Außenhülle unter der Hitze und dem Druck regelrecht aufplatzte.
Kein Schrei war in den Headsets der Piloten zu hören, kein Wort erreichte auch nur einen Menschen da draußen.
Das ganze System war auf einen Schlag totenstill.
Glühende Trümmer verteilten sich still im Raum, nichts deutete mehr an, das jemand, nein – dass auch nur etwas überlebt hatte.
14  Allgemeines / Fan Fiction und Art / Re: FanFic: Das Erwachen II - Stille am: August 01, 2008, 01:12:13
 Teil 9

*

Ein ganzer Stapel Papiere lag auf dem Tisch, ein leicht untersetzter Beamter in einer CIS-Uniform schob seine Pfunde immer wieder auf dem Stuhl vor und zurück – aber der Mann, der ihm gegenüber saß, blickte mit gleichgültiger Miene drein. Seit fast vier Stunden schon lief dieses Verhör hier ohne nennenswerte Ergebnisse und mit jeder Minute schien der Beamte mehr und mehr auf der Verliererseite zu stehen.
»Noch einmal. Ihr Name?«
Der Söldner hob seine linke Hand, er musterte einfach seine Fingernägel und dachte nicht einmal eine Sekunde lang daran, den wesentlich kleineren Mann auch nur am Rande wahrzunehmen.
Das hier war Zeitverschwendung. »Ihr Name?« Der Beamte versuchte etwas mehr Autorität in seine Stimme zu legen, sein stummer Gesprächspartner machte derweil einfach mit seiner optischen Maniküre weiter. »Sie wissen schon, was Ihnen vorgeworfen wird?«
Der Söldner sah auf, dann formte er mit seinen Lippen zwei Worte, sprach sie aber nicht aus.
Allerdings... Diese Worte konnte man deutlich erkennen. Fuck you!
»Wie lange soll der Spaß noch andauern?«
Völlig entnervt sah man im Nachbarzimmer auf den kleinen Monitor, der das Geschehen im Verhörzimmer wiedergab. Direkt daneben befand sich eine weitere Anzeige, die ein Wärmebild des Söldners wiedergab, man hoffte damit Anzeichen für Falschaussagen zu finden – bekanntlich steigt bei einer bewussten Lüge die Temperatur der Haut im Gesicht etwas an – falls man nicht darauf trainiert war, genau dieses Phänomen zu unterdrücken.
»Solange es eben dauert. Wir haben schon ganz andere Leute geknackt, selbst dieser komische Vogel hier hat seine Grenzen.«
»Wenn Sie sich da mal nicht irren.«
Diese neue Stimme kam aus dem Hintergrund und beide Agenten erkannten sofort, wer sich hinter der dunklen Stimme verbarg – der Kommandant der CIS auf Anhur, ein Mann namens Ser Cord.
»Nun ja Ser... Ich denke, dass unser Mann da drinnen seinen Job schon hin bekommt.«
Ein schiefes Lächeln war die Antwort.
»Dann sollten Sie sich das hier vielleicht einmal ansehen. Wir haben seine ID geprüft. Der, wie nannten Sie ihn doch gleich...? Ach ja, komische Vogel ist nirgendwo verzeichnet. Seine ID-Card ist ein auf der einen Seite ein schlechter Witz, auf der anderen allerdings eine fantastische Fälschung. Das MACS war völlig leer – nicht einmal ein Konto war vorhanden. Wir checken derzeit noch seine DNS, vielleicht hat er ja mal einen Aufenthalt in einen Krankenhaus erlebt. Ich jedenfalls bin mit meinen Latein fast am Ende. Seine, nennen wir sie einmal Zielperson war auch keine Hilfe, sondern nur eine Bordsteinschwalbe wie sie im Buche steht. Hübsches Gesicht, nettes Lächeln und das war es dann auch schon. Das übliche Geschäft: keine Namen, keine Fragen. Gezahlt hat er wohl im Voraus und recht viel sogar für die Aufgabe, die er seiner Zielperson zugedacht hatte.«
Einen kurzen Augenblick herrschte Stille. »Ich meine, so etwas habe ich noch nicht erlebt, selbst damals beim alten Clan nicht.«
»Sein Jäger?«
»Was für ein Jäger? Der Raumhafenmanager hat alle Maschinen überprüft, keine gehört dem Typen da. Und dieses Ding...«
Ser Cord sah für einen Augenblick auf sein MACS, dort konnte man auf dem Display eine Abbildung des seltsamen, winzig kleinen Gerätes erkennen, das dem Söldner offenbar gehörte und dessen „Einsatz“ bereits einen Mann der uniformierten Truppe auf bizarre Weise das Leben gekostet hatte. »...dieses Ding da gibt uns noch mehr Rätsel auf. Ser Hassan ist schon informiert, er ist auf dem Weg hierher. Hoffen wir auf Antworten.«
Der Blick der drei Männer heftete sich wieder auf den kleinen Monitor.
»Ihr Name?«

*

»Und?«
»Er schläft. Es war ja auch ein recht anstrengender Tag für ihn.«
Eugenes Mutter sah lächelnd und mit dankbarem Blick auf ihren Ehemann – er hatte die recht schwierige Aufgabe übernommen seinen Sohn ins Bett zu bekommen und es hatte erst nach etwa einer guten Stunde funktioniert. Eine kleine Gute-Nacht-Geschichte hatte letzten Endes wahre Wunder bewirkt.
Zuvor war Eugene insgesamt zweimal wieder aus dem Bett geklettert und im Wohnzimmer aufgetaucht – beim ersten Mal hatte er Durst, beim zweiten Mal konnte er nicht schlafen.
Vermutlich wollte er einfach nicht…
Zurück im Wohnzimmer ließ man sich auf die große Couch fallen, der Familienvater griff zu einem Datenpad und aktivierte damit einen großen Monitor, der direkt in die Wand gegenüber eingelassen war.
»Musst du jetzt wirklich den Nachrichtenkanal einschalten? Weißt du denn nicht, dass die erste Nacht in einer neuen Wohnung unheimlich wichtig ist?«
Überrascht sah er auf seine bessere Hälfte. War sie etwa tatsächlich verärgert? Oder versuchte sie nur etwas Aufmerksamkeit von ihm zu erhaschen? Nach kurzer Überlegung deaktivierte er den Monitor wieder und rutschte ein kleines Stückchen näher an sie heran.
»Unheimlich wichtig?«
Dem Schmollmund, den er dabei zog, konnte sie noch nie widerstehen – er war wohl auch einer der Gründe gewesen, weshalb sie vor gut elf Jahren seinen recht simplen und wenig fantasievollen Antrag mit einem Ja beantwortet hatte.
»Was denkst du denn? Allerdings gibt es da etwas, das du wissen solltest.«
Jetzt war sie es, die einfach nur süß aussah – sie versuchte seinen Gesichtsausdruck nachzuahmen, das gelang jedoch nur teilweise.
»Ich höre?«
»Es wäre schön, wenn dein Sohn nicht jeden Müll mit ins Haus schleppen würde.«
»Mein Sohn schleppt Müll ins Haus? Könnte es nicht vielleicht auch dein Sohn sein?«
»Lenke nicht vom Thema ab, mein Lieber. Unordnung und Chaos sind deine Begleiter, nicht meine. Von daher also ganz klar: Dein Sohn.«
Aha. Er überlegte für einen Moment, ob es klug wäre, eine passende Antwort vom Stapel zu lassen, dann allerdings entschied er sich dagegen. Die Couch hier war zwar warm und weich, aber das Doppelbett nur ein Zimmer weiter war um Klassen besser – soviel hatte er inzwischen verstanden.
»Müll also?«
Sie nickte, griff flugs in ihre Hosentasche und zauberte das kleine Stück Technologie hervor.
»Keine Ahnung, wo er das schon wieder her hat. Und frag mich nicht, was das ist.«
Neugierig und aufmerksam betrachtete er das Kleinod von allen Seiten. Ein Sensor? Unwahrscheinlich, es gab keine sichtbare Schnittstelle. Ein Speicherchip? Wenn ja, dann müsste das ein uraltes Modell sein, er selbst war mit den neuen und aktuellen Modellen mehr als nur vertraut. Blieb nur eines noch, sein MACS und das Teil einfach scannen.
Das konnte doch nun wirklich nicht so schwer sein, oder? Langsam stand er auf und zog seinen kleinen elektronischen „Freund und Helfer“ vom Gürtel ab. Dann sah er angestrengt auf das Display.
»Das ist eigenartig. Ich erhalte hier keine klaren Daten, sieht fast so aus als hätte man ein Material verwendet, das Sensorwerte zerstreut.«
Den Blick stur auf das Display gerichtet entging ihm fast, das schlagartig ein eigenartiges, blaues Leuchten oder Schimmern von dem Ding ausging, das sich stetig in der Intensität steigerte. »Was zum Teufel...«
Doch weiter kam er gar nicht, sein Gesicht begann sich schmerzerfüllt zu verzerren, wie ein Stein fiel er zu Boden und das Gerät entglitt seinen Fingern.

*

»Ser? Ser Larsen?«
Wenn er eine Sache auf keinen Fall jemals am frühen Morgen sehen wollte, dann war es wohl mit Sicherheit das Gesicht seines jungen und nervigen Kollegen.
Und was musste ausgerechnet heute passieren?
Warum mussten sich eigentlich alle seine Alpträume mit wunderbarer Regelmäßigkeit erfüllen?
Ser Larsen wollte doch nur eines und das war in aller Ruhe schlafen zu können...
»Ah, schön zu wissen, das Sie noch wach sind.« Wach? Und vor allem: noch? Verärgert sah Larsen auf seine antike Armbanduhr, und die zeigte deutlich an, dass sein Dienst erst in vier Stunden beginnen würde.
»Danke, dass man mir auch noch den letzten Funken Schlaf raubt. Aber das ist schon in Ordnung, Ruhe wird ja bekanntlich völlig überwertet, nicht wahr?«
Larsens junger Kollege bemerkte natürlich die miese Laune seines Vorgesetzten, er bemühte sich daher um ein übertrieben freundliches Gesicht.
»Es tut mir leid, Sie zu stören. Aber es ist wichtig.«
Ser Larsen rappelte sich ein wenig auf.
»Also? Und bitte die Kurzfassung, ich hoffe immer noch inständig auf eine oder zwei Stunden im Reich der Träume.«
»Es geht um diesen Datenklau.«
»Ja? Was ist damit? Und warum kann das nicht bis nachher warten?«
Der junge Offizier holte tief Luft, nervös hielt er dabei sein MACS in den Händen.
»Ser, dieser Datenstrom... Der war mehrspurig.«
»Was reden Sie denn da für einen Unsinn?«
»Es ging nicht um Daten von Hades, sondern um Daten unserer Station. Diese Typen haben einfach mehrere Signale übereinander gelegt, das was wir gesehen haben waren uralte Daten und nichts von aktueller Relevanz. Die haben aber unsere Dienstpläne.«
Ser Larsen sah intensiv in das Gesicht seines Kollegen.
»Und woher wissen Sie das?«
»Hier... Ich habe einfach alle Daten kopiert, die über unsere Festplatten gelaufen sind. War eine Heidenarbeit, aber letztlich ist es eindeutig, nicht Hades sondern wir sind das Ziel.«
Eine tolle Rede zu einer echten Spitzenzeit. Tersa ein Ziel? Wofür denn bitte schön? Hier gab es nichts, was einen Angriff rechtfertigen würde.
»In Ordnung Sherlock Holmes, in Ordnung. Ich bin durchaus geneigt dir Glauben zu schenken. Aber erstens, finde doch bitte heraus, was diese bösen, bösen Jungs von unserer Station wollen. Zweitens, übertrage deine Erkenntnisse einfach auf ein Datenpad und lege das dann auf meinen Schreibtisch. Drittens, verschwinde aus meinem Quartier!«
Ser Larsen zog demonstrativ die Bettdecke über den Kopf, sein Arbeitskollege verstand die Geste sofort, leise verließ er das Zimmer und zog die Tür in Schloss.
»Na schön. Aber ich weiß, dass ich richtig liege. Und das werde ich auch beweisen.«
Mit schnellen Schritten verließ er den Flur in Richtung Brücke, es gab da noch etwas, das er ausprobieren musste.
15  Allgemeines / Allgemeines Forum / Re: Raumschiffdesign in SF am: Juli 29, 2008, 08:37:55
hm...

Nexus - the Jupiter Incident hat ein paar schöne Antworten darauf - also auf die, sagen wir mal grob nahe Zukunft. Rotationssektoren zur Erzeugung von Schwerkraft, Schub- und Gegenschubtriebwerke, Reisezeiten die so halbswegs annehmbar sind (Erde - Jupiter: 8 Monate) etc. pp.

Wie es tatsächlich aussehen wird? Keine Ahnung. Sollte Raumflug tatsächlich eines schönen Tages im großen Stil kommerziell genutzt werden, werden wir wohl die ersten persönlichen Designnoten zu Gesicht bekommen, derzeit ist alles noch im Bereich "form fallows function" und "keep it simple".

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November 20, 2008, 12:37:12

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