So, Freunde der Nacht!
Ich bin mal kurzerhand nach "nebenan" umgezogen und habe den alten Jupiter-Thread geschlossen. Allein thematisch hatte der ohnehin nichts im Bereich Fan Fiction verloren gehabt, und darüber hinaus hat sich auch Jupiter mittlerweile vom Nachthimmel verabschiedet. Inzwischen ist die Saturn-Saison in vollem Gange - und so möchte ich mich ab jetzt auch endlich dem zweiten Riesen unseres Sonnensystems widmen. Dieser wird am 4. April nämlich seine Oppositionsstellung erreichen und damit praktisch mit Sonne und Erde eine Linie bilden. Genau genommen ist es natürlich die "schnellere" Erde, die ihn auf ihrer inneren Bahn einholen wird. Für jeden Beobachter ist die Zeit vor, während und nach dieser Konstellation natürlich eine besondere, denn Saturn steht der Erde dann am nächsten und ist entsprechend groß und hell. Aus diesem Grund ist er logischerweise auch (endlich) ein Objekt der ersten Nachthälfte geworden, was der Beobachtungs(uhr)zeit sehr entgegen kommt. Derzeit geht er bereits um etwa 19:30 im Osten auf und ist bis zur Morgendämmerung zu sehen, wo er schließlich im Westen untergeht.
Habe am 20.03. sowie am 23.03 jeweils eine Aufnahme gemacht.
Die erste Aufnahme (saturnwing2) habe ich ohne Brennweitenverlängerung durchgeführt und das Ergebnis auf 150% vergrößert. Die zweite Aufnahme entstand unter Verwendung einer Barlow-Verlängerung auf etwa 3,3m Brennweite. Diese zeigt entsprechend mehr Details sowie einen hellen Fleck auf der Nordhalbkugel, der Teil eines Sturmsystems ist, das zur Zeit in der oberen Atmosphäre wütet. Hoffentlich hält das gute Wetter an - dann folgen weitere Bilder! Bis demnächst!
Cool
Tolle Bilder - freu mich auf mehr.
Das erinnert mich an die Zeit wie ich mit dem Fernglas meines Vaters den Mond beobachtet habe 😊
Death Angel schrieb: Das erinnert mich an die Zeit wie ich mit dem Fernglas meines Vaters den Mond beobachtet habe 😊
Ja, mit dem väterlichen Fernglas am Mond habe ich auch angefangen. 😊 Das Fernglas nehme ich heute aber immer noch gerne zur Hand. Der Mond ist damit immer ein lohnendes Objekt, aber auch bei Deepsky ist das gewaltige Sichtfeld eines Feldstechers einfach unschlagbar. Bei den meisten Teleskopen hat man doch einen gewaltigen Tunnelblick, da man nur einen kleinen Himmelsausschnitt betrachten kann. Für den Saturn reicht ein Fernglas mit 8x gerade noch aus, um ihn mit seinen Ringen zu identifizieren. Für Details wie z.B. die Cassini-Ringteilung braucht man allerdings zwingend ein Fernrohr. Habe übrigens ganz vergessen zu erwähnen, mit welcher Optik ich die Aufnahmen eigentlich mache. Es handelt sich um ein Maksutov-Cassegrain-Teleskop mit recht bescheidenen 5" (127mm) Öffnung und 1540mm Brennweite. Daher auch das oben genannte Öffnungsverhältnis von ~f/12, was fotografisch der Blendenzahl entspricht. Die Brennweite verlängere ich bei Bedarf mit einer Barlowlinse auf ~3400mm (f/26). Die Bilder nehme ich mit einer adaptierten CCD-Webcam auf. Ein Schrittmotor übernimmt dabei die Nachführung der Stundenachse.
Habe die eine Aufnahme noch etwas aufgehellt, sodass der Sturm auf der Nordhalbkugel etwas besser zu erkennen ist. Hier sieht man, dass er stark in die Länge gezogen ist. Edit: Mir fällt gerade auf, wie sehr die Bilder unter der jpeg-Komprimierung leiden.
Nutz halt png 😊
Das mach ich. 😊
Hachja, die Astronomie. Ich selber habe ein Newton-Teleskop mit parallaktischer Montierung und 4 Zoll Öffnung, mein Bruder hat ein 6" Dobson-montiertes Newton, und zur Sonnenbeobachtung teilen wir uns einen kleinen 60mm Refraktor von Meade, mit Glas-Sonnenfilter vor dem Objektiv (ich misstraue Okularsonnenfiltern und Folienfiltern). Auf allen dreien habe ich Telrad-Sucher montiert, die Dinger sind Gold wert (für die Laien: Das Ding funktioniert prinzipiell wie das Reflexvisier auf dem G36 oder ein HUD in einem Flugzeug). Für Leute die noch von Hand suchen (also ohne computergesteuerte Montierung) ist da echt was.
Leider ist das Wetter immer wenn ich Zeit habe so bescheuert und die Lichtverschmutzung an meinem Wohnort so hoch dass ich außer Planetenbeobachtung kaum noch etwas mache. Höchstens noch ab und an die Sonne (die jedoch relativ langweilig ist wie ich zugeben muss) oder den Mond (wobei hier ein Graufilter Wunder wirkt!)
Aber immerhin habe ich letztes Jahr noch den Ringnebel in der Leier ein wenig beobachtet, und ein bisschen Andromeda. Ich hoffe ich komme mal wieder dazu.
Eine Frage zur Kamera: Mein Bruder und ich haben damals noch analoge Photos gemacht (sündhaft teurer 1600er Film, endlos empfindlich) aber unnser Hauptproblem waren immer zu instabile Montierungen, mangelnde Nachführung oder schlichtweg schlechtes Wetter. Zudem das Problem dass man ja nicht sehen konnte was man fotographiert, weil man zum montieren der Kamera das Okular rausnehmen musste. Wie machst Du das mit der Kamera? Wird die hinter dem Okular einfach montiert? Wenn ja: Schließt Du da direkt den PC an und hast ne Vorschau oder ist das ein schießen auf Verdacht? Ich spiele ja mit dem Gedanken mir auch sowas zu kaufen....
Die Webcam kommt bei der Fokalfotografie ohne Okular direkt an den Okularauszug bzw. an die Barlow. Am Netbook habe ich dann ein Livebild, anhand dem ich direkt fokussieren und die Kameraeinstellungen vornehmen kann. Sobald das gemacht ist, nehme ich Videos auf, die danach in Einzelbilder zerlegt werden. Aus denen wählt die Software dann die schärfsten aus (die Luftunruhe schränkt die Auswahl ja ein) und diese werden dann gemittelt und überlagert. Durch die vielen Einzelbilder minimiert sich das Bildrauschen ganz erheblich, das die CCD-Chips ja immer haben und man kann schließlich wesentlich besser nachschärfen. Diese Video-Methode hat die Planetenfotografie im Amateurbereich regelrecht revolutioniert, weil sie ziemlich komfortabel ist und auch kein hochwertiges Fotoequipment wie früher voraussetzt. Das beste ist sicher, dass man keine perfekte Nachführung benötigt, da die Beabeitungssoftware (ich nutze Registax 5) den Planeten nachher locker zentrieren kann, solange er auf dem Chip gehalten wurde. Trotzdem bin ich froh, dass ich eine Motornachführung für die RA-Achse habe, denn bei 3,4m noch per Hand nachzuführen ergibt doch eine furchtbare Zitterpartie. Außerdem kann ich so in aller Ruhe scharfstellen oder andere Einstellungen vornehmen. Was ihr gemacht habt, war Okularprojektion. Die hat den Vorteil, dass man mit dem jeweiligen Okular die Vergrößerung leicht regulieren kann. Ich kann das nur über die Brennweite machen, wobei es je nach Pixelgröße des Kamerachips bestimmte Regelwerte gibt, um das Auflösungsvermögem seines Teleskops voll auszunutzen. Grundsätzlich muss die Montierung schon für das Teleskop so stabil wie möglich sein, sonst schwingt das Ganze schon beim leichtesten Windhauch - gerade bei hohen Vergrößerungen bzw. Brennweiten. Welche Montierung(en) nutzt ihr denn für eure Fernrohre? Mit einem 4"-Newton auf parallaktischer Montierung habe ich übrigens auch angefangen. Die Montierung war da allerdings viel zu schwachbrüstig. Gerade klassische Newtons haben doch ziemlich große Tuben. Maks sind da wesentlich kompakter und genügsamer. Telrad ist schon was feines. Gibt ja sogar entsprechende Karten dafür, mit denen man eigentlich jedes Objekt am Himmel leicht finden kann. Mir reicht derzeit noch mein Standard-Leuchtpunktsucher.
Aaalso: Die Teleskope sind alle von Meade und einige Jahre alt. Mit dem Dobson (Starfinder 6) geht natürlich fotographieren mangels Nachführung nur sehr schlecht.
Das parallaktisch montierte ist ein Explorer 4500 (114mm Öffnung, knapp ein Meter Brennweite) mit der Standard-Montierung, hab den Namen der Montierung vergessen. Das dumme ist an dem Ding auch dass es verdammt schwer einzustellen ist, sodass auch mit dem Nachführmotor immer Korrekturen nötig sind, was natürlich lange Belichtungen mit nicht-CCD Kameras schwer macht. Im Übrigen fürchte ich dass ich mal die Spiegel nachstellen muss, aber hab kein Einstellokular....
Wie gesagt ich mache zur Zeit selten Astronomie, weil in meinen Smart das Ding nicht reinpasst und bei mir zuhause nichts zu sehen ist wegen Lichtverschmutzung und/oder schlechtem Wetter.
Achja, das "Sonnenteleskop" ist ein Explorer 230. Perfekt für diesen Zweck. Azimuthal montiert.
Mein Vater hat ein LX200 (die erste Serie mit der computergesteuerten Montierung, Schmidt-Cassegrain), aber das benutzt er auch selten, denn es lohnt sich nur das Ding rauszutragen und aufzustellen, wenn man wirklich die ganze Nacht draußen bleibt. Ätzend weil sauschwer. Aber die Montierung ist schön stabil, kann man fast dagegentreten.
Zu guter letzt ist da noch das "Reiseteleskop", so ein kleines Maksutov-Cassegrain, auch von Meade. Das ETX 90. Sehr lustig auch als Spektiv zur Vogelbeobachtung sehr gut, und leicht zu transportieren. Auch hier die Standard-Montierung.
Telrad-Karten haben wir vom gesamten interessanten Nordhimmel, gesammelt aus der "Sterne und Weltraum" über die Jahre, einlaminiert und in einem Ordner abgeheftet.
Wenn das Wetter nicht immer so assig wäre würde ich auch mal nachrüsten, die ganzen Teleskope sind billiger als früher habe ich den Eindruck.
EDIT: Zusätzlich erschwert wird die Astronomie dadurch dass ich schon lange nicht mehr zuhause wohne, mein Bruder auch nicht, dadurch fällt das gegenseitige motivieren weg, und die viele Ausrüstung die wir uns logischwerweise nur einmal gekauft und geteilt haben lagert bei meinen Eltern oder meinem Bruder. Zu guter letzt habe ich in letzter Zeit Knieprobleme, und je nach Beobachtungsort und -winkel hängt man halt schon immer so unter dem Teleskop rum oder muss sich arg bücken. Das macht das ganze für mich recht schwmerzhaft. Eine CCD-Kamera dran und bequem auf dem Notebook schauen (oder gar die Montierung per RS232 steuern was es ja auch gibt) wäre da schon was....
EDIT2: Wann gibts von Dir eigentlich mal Deepsky zu sehen? Ringnebel in der Leier zB ist leicht zu finden und ganz hübsch. Oder das helle Zentrum des Orionnebels. Sowas in der Art. Würde mich persönlich interessieren was Deine Kamera da so ausspuckt.
Ich fürchte, Deepsky-Aufnahmen werden mit der CCD-Webcam nicht drin sein, da sie einfach nicht lichtempfindlich genug ist und ich auch garnicht so lange Belichtungszeiten einstellen kann. Eventuell kann ich vielleicht noch M 42 (Orionnebel) schwach sichtbar machen, aber der Ringnebel in der Leier ist mit seinen 9 Magnituden Helligkeit viel zu dunkel. Generell werden CCD-Cams für solche Zwecke nicht eingesetzt, obwohl ich schon ein paar Versuche im Netz gesehen habe. Meist handelt es sich dabei aber um empfindlichere Monochrom-Kameras wie die DMK-Serie von "The Imaging Source" oder um modifizierte Webcams. Mit den traumhaften Deepsky-Farbaufnahmen, die man so kennt, haben diese Aufnahmen allerdings eh wenig gemeinsam. Ich habe die Ausrüstung noch nicht lange und werde noch einiges ausprobieren. Derzeit geht der Saturn erstmal vor, aber auch dem Mond will ich mich in nächster Zeit widmen, um mich noch besser in die Materie hineinzuarbeiten. Fotografisch ist mein Teleskop durch die lange Brennweite sowieso nicht für Deepsky geeignet, aber mal sehen.
Da haben du und dein Bruder ja schon einen richtigen Mini-Fuhrpark an Teleskopen - sogar ein kleiner Mak ist dabei, cool. Bei einem LX 200 würde ich die Eltern gerade jetzt sicher häufiger besuchen! 😊 Diese Serie hat entweder 8 oder 10 Zoll Öffnung und damit geht bei den großen Planeten eine ganze Menge. Wenn du die nötige Zeit investieren kannst, würde ich dir den Umstieg auf die CCD-Videofotografie wärmsten empfehlen. Im Vergleich zur klassischen DSLR-Knipserei von Planeten ist diese Methode um Welten komfortabler. Theoretisch kannst du bereits mit einer handelüblichen CMOS-Webcam in die Materie reinschnuppern. So habe ich letzten Herbst an meinem 114 / 900 mm Newton auch angefangen und den Jupiter auf´s Korn genommen. Ich war überrascht, was damit schon möglich war.
Gestern Nacht um etwa 24 Uhr habe ich mich noch einmal am Saturn versucht.
Ja das LX200 ist geil, mein Vater hat das 8"-Modell. Damit kann man bis zur 13. oder 14. Größenklasse sehen, also selbst Pluto wäre drin (tatsächlich aber nicht weil man dann lauter Sterne sieht und irgendeiner der hunderten selbst im Teleskop kaum zu sehenden Punkte ist dann Pluto, GZ!), aber das ist dann vor allem richtig nett für Deepksy. Leider wie gesagt immer eine Plackerei das rauszuschleppen und aufzustellen.
Nochmal zur Photographie: Klar, ein Nebel in den Farben zu zeigen wie man ihn auf den Photos von Hubble und Co. sieht, das geht mit solcher Ausrüstung nicht.
Ringnebel schätze ich Du könntest etwas zeigen dass ähnlich wie das hier aussieht. Ich bin dafür dass Du es probierst^^ http://www.binoviewer.at/beobachtungspr ... 150750.jpg
Hast Du nen Deepsky-Filter? Die Dinger hauen gewaltig rein! Selbst mit meinem Teleskop sieht man den Unterschied schon gut. Gerade bei Gaswolken. Geil finde ich vor allem dass Du eine farbkamera hast. Ich kenne den Jupiter und Saturn quasi nur in Schwarzweiss weil die empfindlichen Filme alle SW waren die wir hatten, und mit dem bloßen Auge sieht man da eh kaum Farben. Bei Andromeda würd ich auch mal testen: schwach vergrößern (das Ding ist riesig) und dann paar sek. belichten...
Btw: man könnte doch eine s/w CCD-Kamera verwenden und per Filter Farben rausfiltern, dann für paar Sekunden belichten mit jedem Filter und daraus ein Komposit machen... Hmmm Ich glaub so machen das sogar einige, denn die s/w-CCDs sind empfindlicher. Aber dann musst halt wieder gut nachführen....
Vorläufiges Fazit: Mann, ich will auch wieder! Wenn nur Zeit und Wetter mitmachen würden.
EDIT: Weisst was lustig/krass ist: Kennst Du die Teleskope die Messier und seine Zeitgenossen hatten? Dass die damit das alles sehen konnten! (Ja klar, da war die Luft klarer und nachts wars dunkel aber schon hammer wie arg sich das auswirkt.)
Aginor schrieb: Btw: man könnte doch eine s/w CCD-Kamera verwenden und per Filter Farben rausfiltern, dann für paar Sekunden belichten mit jedem Filter und daraus ein Komposit machen... Hmmm Ich glaub so machen das sogar einige, denn die s/w-CCDs sind empfindlicher. Aber dann musst halt wieder gut nachführen....
Genau so gehen die versierteren Amateurfotografen ja auch vor. Übrigens dürften 99% aller Planeten- sowie Deeskyaufnahmen, die du kennst, auf dieselbe Art und Weise entstanden sein. Die SW-Chips ohne Bayer-Filtermaske sind wesentlich empfindlicher und erlauben geade an den größeren Planeten kürzere Belichtungszeiten, was wiederum mehr Bilder pro Sekunde erlaubt. Andererseits ist das auch nötig, denn man muss für ein RGB-Komposit schließlich drei Aufnahmeserien machen und das Zeitfenster ist durch die schnelle Planetenrotation von Jupiter und Saturn leider begrenzt. Das Nachführen ist, wie schon gesagt, eigentlich nicht das Problem, solange das Objekt auf dem Chip bleibt und nicht auswandert.
Ja, die LX 200-Serie ist für ihre massive Gabelmontierung bekannt. Allerdings so schwer dürfte das Gerät mit 8" nun auch wieder nicht sein. Wenn man so etwas besitzt, muss man sich auch etwas quälen können! 😊 Sobald das Wetter besser und längere Zeit stabilder wird, würde ich an deiner Stelle echt mal wieder in die Materie einsteigen. Saturn dürfte darin schon visuell eine Pracht sein. Allerdings macht er auch in kleineren Optiken viel Spaß. Nimm dann also ruhig mal wieder den 114/900er Newton zur Hand!
Filter habe ich für Deepsky noch keine - vielleicht kommen die noch. Von Andromeda wird - falls man überhaupt etwas sehen kann - lediglich der Bruchteil seines Zentrums auf den Chip passen. Meine Brenneweite ist dafür viel zu lange und ich besitze keine Verkürzungslinse. Bedenke, dass sich M 31 über vier Vollmonddurchmesser ausdehnt. Schon viusuell bekomme ich nur das helle Zentrum zu sehen. Sobald ich aber diesbezüglich mal etwas aufgenommen bekomme, zeige ich es natürlich.
Hallo,
So viele Freunde der dunklen klaren Nächte 😊 Sollte einen aber in einem SciFi Forum nicht wundern. @Arrow, schöne Bilder! Deine Beiträge zu der CCD Fotographie habe ich mit viel Interesse gelesen, da ich mir kürzlich mal eine der astrotauglichen Webcams von Philips plus einem Adapter aus der Bucht gegönnt habe. Bis jetzt bin ich noch nicht dazugekommen, wenn jetzt aber die Saturnsaison so richtig los geht, d.h. der Planet schon früher am Abend höher im Süden/Südwesten steht, werde ich mein Gerödel öfter mal zum Üben in den Garten verfrachten. Apropo Gerödel - meins: Bresser Messier 102/1000 Refraktor auf einer Mon2 (~ EQ5) Montierung, leider noch ohne Nachführung. Bresser SkyLux "Lidlscope" auf der originalen Astro3 Montierung. Dazu noch 2 Ferngläser - ein Nikon 10x50 & ein Fielmann 7x50 mit größerem Sehfeld (120m auf 1000m). Da will ich auch noch mit einem 20x80 oder 15x70 aufrüsten. Da dazu brauchs aber auch ein richtig gutes Fotostativ und das ist teurer als das Glas. Apropo stabile Unterlage. Die Mon2 ist für den großen Refraktor schon grenzwertig, da durch die langen Hebel bedingt, beim fokusieren gerne wackelt. Vielleicht kommt mal ein Umstieg auf einen 150/750 Newton, der nicht schwerer aber deutlich kompakter ist. Apropo Gerödel rausschaffen. Da geht es mir ähnlich wie @Aginor,
Leider ist das Wetter immer wenn ich Zeit habe so bescheuert und die Lichtverschmutzung an meinem Wohnort so hoch dass ich außer Planetenbeobachtung kaum noch etwas machewenn ich von zu Hause aus beobachten wil. Extrem hell (Stuttgart Obere Weinsteige - große Tanke volle Beleuchtung) und dazu noch die Abgase der vielbefahrenen (60.000 Autos täglich) B27 die vor dem Teleskop vorbei wabern und das Seeing versauen. Dazu gibt es noch ein Problem - 60 Stufen zur nächsten Strasse, egal ob nach oben oder unten. Da überlegt man es sich schon genauer ob man den Refraktor, die sackschwere Montierung, dazu das restliche Gerödel Okularkoffer, Sternkataloge, , Bügelstuhl usw. zum Auto schleppt.
Zu guter letzt habe ich in letzter Zeit Knieprobleme, und je nach Beobachtungsort und -winkel hängt man halt schon immer so unter dem Teleskop rum oder muss sich arg bücken. Das macht das ganze für mich recht schwmerzhaft.Bei mir sind es 4 KnieOps (2x rechts) und 2 Bandscheibenvorfälle, die mich für eine Kur berechtigen
Eine CCD-Kamera dran und bequem auf dem Notebook schauen (oder gar die Montierung per RS232 steuern was es ja auch gibt) wäre da schon was....Im Liegestuhl, mit Joysticksteuerung und dabei lässig Mojito schlürfen, gelle 😁
Mittlerweile beobachte ich öfters von der Sternwarte Uhlandshöhe ( http://www.sternwarte.de/ ) als von zu Hause aus.
Apropo Filter! Ein UHC Filter wirkt Wunder beim beobachten aus der Stadt raus. Dazu evtl. noch einen OIII Filter
BarFly schrieb:Hallo, Deine Beiträge zu der CCD Fotographie habe ich mit viel Interesse gelesen, da ich mir kürzlich mal eine der astrotauglichen Webcams von Philips plus einem Adapter aus der Bucht gegönnt habe. Bis jetzt bin ich noch nicht dazugekommen, wenn jetzt aber die Saturnsaison so richtig los geht, d.h. der Planet schon früher am Abend höher im Süden/Südwesten steht, werde ich mein Gerödel öfter mal zum Üben in den Garten verfrachten.
Freut mich, wenn ich bei euch beiden das Interesse an der Webcam-Fotografie wecken konnte! Du bist doch schon ziemlich gut ausgestattet. Bei der Kamera von dir handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Philips ToU-Cam bzw. deren Nachfolger SPC 900 NC. Beide sind hervorragend zur Planetenfotografie geeignet und sehr verbreitet. Soweit ich weiß, lassen die sich sogar in den RAW-Modus umflashen und noch weiter optimieren. Übrigens, einen 102mm/1000mm Refraktor hätte ich mir letztes Jahr beinahe auch zugelegt, aber diese Optiken sind echte Ofenrohre - wir du ja beschreiben hast. Im Set werden die gerne auf einer EQ-3 angeboten und das dürfte allenfalls noch visuell halbwegs funktionieren. Ich habe mit dem Mak gerade für Planeten etwas leistungsstarkes und dabei sehr kompaktes gefunden, das auf der EQ-3 absolut stabil aufgestellt ist. Der Bresser "Lidlscope" Skylux ist ja schon ein wahrer Klassiker unter den Einsteiger-Refraktoren. Gibt dafür eine Vielzahl von sinnvollen Umbau- und Optimierungsratgebern. Schönes, kleines Gerät!
Heute ist übrigens Oppositionsstellung des Saturn. Wenn dir das Beobachten unter der Woche noch zu spät wird, würde ich es an deiner Stelle einfach mal dieses Wochenende angehen. Um 22 Uhr steht der Planet bereits mehr als 20° über dem Horizont. Der Mond nimmt derzeit ja auch wieder zu. Dort könntest du ohne Barlowlinse mit einem deiner beiden f/10 Refraktoren deine Webcam allein mit Handnachführung ausprobieren. Ich habe letzte Nacht um kurz nach 2 Uhr noch einmal Saturn angepeilt. Endlich stimmt die Farbe dank eines korrekten Weißabgleichs.
Hallo,
Freut mich, wenn ich bei euch beiden das Interesse an der Webcam-Fotografie wecken konnteDas Interesse war schon da, du hast mich aber definitiv ermutigt, da dran zu bleiben 😊
Übrigens, einen 102mm/1000mm Refraktor hätte ich mir letztes Jahr beinahe auch zugelegt, aber diese Optiken sind echte Ofenrohre - wir du ja beschreiben hast. Im Set werden die gerne auf einer EQ-3 angeboten und das dürfte allenfalls noch visuell halbwegs funktionierenHier sind 2 Tabellen für Montierungs/Scope Kombis: http://www.montidatenbank.de/Montierung ... select.php http://deepsky-brothers.de/
Gestern Abend bin ich noch so gegen 22:00 Uhr mit dem 10x50 raus, den Gartenstuhl in ein einigermaßen 'dunkles' (immer noch verdammt hell 😡 ) Eck gestellt und einfach mit dem Glas über den Himmel gestrollt. :yes2: Heute und Morgen Nacht soll es klar bleiben, na da werde ich mich mal dranmachen und alles Nötige auf dem Laptop installieren, soweit schon mal alles aufbauen und dann sehen wie weit ich komme.
Ciao & klaren Himmel Hans ps. mit dem Bild hast du mir ja eine Referenz gegeben. Wird hart, das zu erreichen.
Hallo,
noch ein kleiner Nachtrag für alle die Wissen wollen um welche Größenordnungen es bei Teleskopen überhaupt geht 😁 http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html Meine sind übrigens das dritte und das fünfte von links.
Ciao Hans
Hi Hans,
ich kenne die Montierungstabelle der Deepsky-Brothers. Die kalkulieren allerdings schon sehr vorsichtig, gehen im Zweifelsfall lieber noch eine Nummer höher mit der Montierung. Sind schließlich alles nur Empfehlungen, die visuell auf jeden wieder anders wirken. Manche stört schon minimales Ausschwingen, andere weniger. Ich denke, mit der Erfahrung steigen da auch die Ansprüche. Fotografisch kann es natürlich nicht stabil genug sein, und den 4-Zöller würde ich wegen der Länge wohl auch nicht gerade auf eine EQ-3 stellen wollen. 😉
Dein Standort ist tatsächlich nicht sehr optimal, trotzdem würde ich dir raten, einfach mal fotografisch die derzeitige Mondsichel anzupeilen. Dazu reicht dein kleiner Skylux nämlich schon locker aus und bei f/10 bzw. 700mm Brennweite dürftest du damit einen recht großen Bereich abdecken können. Mit einem deutlichen Referenzpunkt und einer ordentlich eingenordeten Montierung sollte das auch per Hand noch recht gut nachzuführen sein. Am Mond kannst du die Belichtungszeiten schön kurz halten und eine ordentliche Anzahl von Bildern pro Sekunde fahren. Randunschärfe nach dem Überlagern der Bilder musst du im Zweifelsfall eben wegschneiden, aber das ist kein Problem. Am Mond lässt sich hervorragend üben. Oder du gehst tatsächlich gleich an den Saturn, was bei 700 bzw. 1000 mm Brennweite natürlich nur eine sehr kleine Planetenscheibe ergibt. Optimal wäre bei der Philips-Webcam ein Öffnungsverhältnis von f/25 oder kleiner, was aber mit der Hand schon äußerst schwierig wird, da man beim Wechsel von Okluar auf Kamera den Planeten gerne mal verliert. Ein Nachführmotor an der Stundenachse ist da wirklich ein Segen. Probier´s doch einfach mal aus und stelle das Ergebnis zum Erfahrungsaustausch hier rein. Nur keine Scheu. 😊
Nach dem kleinen Ausblick auf den etwa 1,3 Milliarden Kilometer entfernten Saturn wird es nun Zeit für ein Objekt, das sich mehr oder weniger vor unserer Haustür befindet. Darüber hinaus wollte ich auch mal wieder etwas "Chipfüllendes" zu Gesicht sowie auf die Festplatte bekommen. Da kommt der derzeit zunehmende Mond wie gerufen. Vorgestern war der Mond zu etwa 40% beleuchtet. Eine günstige Gelegenheit auf "Kraterfang" zu gehen, denn nahe der Tag-Nachtgrenze zeigen sich die Strukturen auf der Oberfläche besonders kontraststark. Mit den sich praktisch überlappenden Kratern Cyrillus und Theophilus war auch schnell ein schönes Motiv ausgemacht. Die erste Übersichtsaufnahme zeigt die beiden Krater eingebettet in ihrer Grenzregion zwischen dem nördlichen Mare Tranquillitatis und dem südlichen, kleineren Mare Nectaris. Die zweite Aufnahme rückt die beiden mit mehr Brennweite größer in den Mittelpunkt. Schaut einfach mal rein. Weitere Aufnahmen sind derzeit noch in Bearbeitung. Ich melde mich - wie immer... 😉 Dieses Mal dürft ihr Klicken zum Vergrößern.
Macht den Kopf wieder gerade! Als Entdecker dieses Phänomens obliegt mir natürlich auch die Aufgabe, dieses näher zu analysieren. Das Ergebnis ist geradezu erschütternd! Und selbstverständlich lag ich von Anfang an richtig:
Alles sehr schöne Bilder..was mich aber mal interessieren würde ist, kann man vielleicht Fotos von den Apollo Landeplätze machen..als Beweis, dass die Amis auch wirklich auf dem Mond waren? ;7
Das geht leider nicht. Nicht einmal Hubbel könnte das. Aber dafür haben wir ja Raumsonden in der Mondumlaufbahn. Hier wäre etwas für dich: http://www.astronews.com/news/artikel/2 ... -008.shtml
Erzähl mir jetzt bitte nicht wieder, die wären nie auf dem Mond gewesen! 😊
Hier sind detailierte Aufnahmen aller Landeplätze mit den Überresten der Landegestelle: http://www.nasa.gov/mission_pages/LRO/m ... sites.html
Ja danke..jetzt sieht man schon viel mehr. :yes2:
Die Amis waren also doch auf dem Mond... 😉
Catkiller schrieb:Die Amis waren also doch auf dem Mond... 😉
Kannst also wieder ruhig schlafen... 😉
Vorgestern um 23:00 Uhr konnte ich endlich mal wieder einen Saturn aufnehmen, nachdem die letzten zwei Wochen das Seeing ziemlich schlecht war und keine Aufnahme geglückt war. Der Planet wirkt durch die zugenommene Entfernung schon wieder merklich kleiner. Seinen höchsten Punkt am Himmel erreicht Saturn derzeit bereits vor Sonnenuntergang - die günstigsten Zeiten zur Beobachtung und Fotografie sind also leider vorbei.
Die zweite Aufnahme stammt vom 14. Mai und zeigt den Copernicus-Krater auf der westlichen Mondseite. Leider war die Luft an diesem Abend sehr unruhig und der Himmel dazu noch leicht milchig. Ich habe trotzdem versucht, bei der Nachbearbeitung das bestmögliche rauszuholen.
So, Freunde der Nacht, es wird Zeit, dem Saturn Adieu zu sagen, denn während der im Sommer recht spät einsetzenden Dunkelheit wird er nur noch für kurze Zeit und dann auch nur äußerst tief sichtbar sein. Mit seinem alle dreißig Jahre auftauchenden Sturmmassiv auf der Nordhalbkugel war er in der ersten Jahreshälfte 2011 ein wirklich faszinierendes Objekt, vor allem visuell. Fotografisch hat er mich kleinen Webcam-Knipser aufgrund seiner eher geringen Lichtstärke schon so manchen Schweißtropfen gekostet... Inzwischen zeigt sich der Nachthimmel schon wieder von einer ganz anderen Seite. Andere Sternbilder kommen auf, zahlreiche Kugelsternhaufen sowie so manche planetarische Nebel sind zu beobachten, und ein alter Bekannter schiebt sich von Osten her langsam wieder ins Firnament. Die Rede ist natürlich von Jupiter, der sich derzeit um etwa 1:00 Uhr im Osten aufmacht, spätestens aber zur Morgendämmerung deutlich sichtbar in ost-südöstlicher Richtung als gleißend heller Stern zu sehen ist. Jedem Frühaufsteher sollte er zwischen 4 bis 5 Uhr 30 Uhr ins Auge stechen, da er dann schon 25-35° über dem Horizont steht. Mit der Venus, die erst kurz vor dem Sonnenaufgang aufgeht, kann er eigentlich kaum verwechselt werden. Obgleich er von seiner Oppositionsstellung am 29.10 dieses Jahres noch weit enfernt ist, ist Jupiter bereits jetzt ein ausgesuchtes Ziel für Amateur-Astrofotografen, die gerne mal um 3:00 Uhr aufstehen und ihre Ausrüstung aufnahmebereit haben. Für mich gilt es jetzt erst einmal abzuwarten, bis Jupiter ein Beobachtungsobjekt einer annehmbaren Nachtstunde wird, vor allem, wenn ich ihn ablichten will. Möchte man ihn schon jetzt fotografisch festhalten, muss man seine Aufnahmezeit in die Morgendämmerung verlegen, was aufgrund der morgentlichen Himmelsaufhellung eher ungünstig ist. In wenigen Wochen dürfte es aber schon soweit sein. Derzeit nimmt Jupiter am Himmel (noch) eine scheinbare Winkelgröße von 38 Bogensekunden ein, die sich bis zu seiner erdnächsten Stellung bis auf knapp 50 Bogensekunden erhöhen wird. Ich freue mich schon auf die Gelegenheit, ihn dann mal fotografisch festzuhalten! 😊
Bis es soweit ist, reiche ich noch einmal einen kleinen "Ringträger" zum Abschied ein. Es handelt sich dabei zwar grundsätzlich um die bisher gezeigte Saturn-Aufnahme vom 29.05.11, doch ist diese komplett neu gestakkt, nachbearbeitet sowie auch farblich wesentlich näher am Original:
Hallo,
Die Rede ist natürlich von Jupiter, der sich derzeit um etwa 1:00 Uhr im Osten aufmacht, spätestens aber zur Morgendämmerung deutlich sichtbar in ost-südöstlicher Richtung als gleißend heller Stern zu sehen ist. Jedem Frühaufsteher sollte er zwischen 4 bis 5 Uhr 30 Uhr ins Auge stechen, da er dann schon 25-35° über dem Horizont steht. Mit der Venus, die erst kurz vor dem Sonnenaufgang aufgeht, kann er eigentlich kaum verwechselt werden.Wenn man doch nur was sehen könnte. Ich muß sowieso früh aufstehen (igitt) aber wann immer ich da raus schaue - es lohnt nicht 😡 Das letzte Mal als ich was vom Himmel gesehen hatte, war Ende Juni, bei einem ziemlich spontanen 5-Tagestrip nach Ibiza. Ich hatte außer dem Tauchgerödel noch meine 20x80(mit Stativ - klar) und 8x40(Weitwinkel) Binos im Gepäck. 25kg für 5 Tage :lol: Am Strand unten war eigentlich nur Arktur (http://de.wikipedia.org/wiki/Arktur) zu sehen. Aber mit jeden 10 Höhenmetern die ich zu meinem Hotel hoch gelaufen bin (120m ü. NN) waren mehr Sterne zu sehen. Und von meinem Zimmerbalkon aus war es ein Sternenhimmel den ich bei mir in Stuttgart nie mehr sehen werde. Außer vielleicht bei einem totalen Stromausfall in der Stadt 😁 Was ich aber nie mehr zu Hause lassen werde ist der Sternatlas und die drehbare Sternenkarte. Die AndroidApp 'Google Skymap' ist ganz brauchbar, liefert leider aber nicht alle benötigten Infos. Ich hätte gerne 'Stellarium' als App. Kurz, ich bin endlich mal wieder zum gucken gekommen. Es hat sich also gelohnt das viele Gerödel einzupacken. Mehrere schöne Tauchgänge und an 4 Nächten viele Beobachtungsstunden bei wunderbar klarem Sternenhimmel lohnte das viele Gepäck voll und ganz.
Hi BarFly, schön, mal wieder etwas von einem Sternfreund zu hören. Wurde ja langsam schon etwas einsam hier. Dein Bericht klingt ja nach traumhaften Bedingungen, sowohl unter, als auch über dem Meeresspiegel! 😊 So ein 20x80- Glas ist sicherlich ein ziemliches Monster, aber gewiss auch eine visuelle Freude, denke ich. Was hattest du denn speziell beobachtet? Viele Kugelsternhaufen sind ja derzeit astreine Beobachtungsobjekte. Ein gutes 8x40 passt sowieso in jedes Reisegepäck und zeigt einem halbwegs Himmelskundigen schon eine ganze Menge. Als klassischer "Mak-Tunnelblicker" möchte ich mein 8x30 Zeiss-Jena auch nicht missen, wenn der Himmel klar ist... Derzeit ist das Wetter in Süddeutschland leider katastrophal, sodass mir der Blick auf Jupiter morgens leider weiterhin verwehrt bleibt. Sein Aufgang verfrüht sich ohnehin täglich, und so warte ich mit gutem Gewissen eben ab. 😎
Hallo,
Arrow schrieb:Hi BarFly, schön, mal wieder etwas von einem Sternfreund zu hören. Wurde ja langsam schon etwas einsam hier. Dein Bericht klingt ja nach traumhaften Bedingungen, sowohl unter, als auch über dem Meeresspiegel! 😊Sternegucken ist ja derzeit nicht gerade oft möglich.
Ägypten ist unter Wasser, Ibiza zum Sternegucken besser, da es direkt hinter dem Strand in die Berge geht und man so schnell der Dunstglocke entkommt.
So ein 20x80- Glas ist sicherlich ein ziemliches Monster, aber gewiss auch eine visuelle Freude, denke ich. Was hattest du denn speziell beobachtet? Viele Kugelsternhaufen sind ja derzeit astreine Beobachtungsobjekte. Ein gutes 8x40 passt sowieso in jedes Reisegepäck und zeigt einem halbwegs Himmelskundigen schon eine ganze Menge.Genau, aus dem Grund habe ich gerade die beiden Binos mitgenommen. Denn die Kugelstenhaufen und offene Hufen waren tatsächlich von vornherein das Ziel 😁 Das 10x50 ist schon wieder zu schwer, das 8x40 hat 600gr und ist dafür, mit einem Sichtfeld von 140m/1000m, gut geeignet. Deswegen auch - nie mehr ohne Sternatlas. Vor einiger Zeit waren ein paar Kumpels zum Fußballgucken da, der Abend war klar und ich hab mal mein 100/1000 rausgestellt und auf Saturn gerichtet mit 140fach, da sieht man so gerade mal den Ring aber noch nix aufgelöst. Das schönste war, die alle haben Saturn bzw. überhaupt einen unserer Planeten, zum ersten mal mit eigenen Augen gesehen. Das ist was gaaanz anderes, wie wenn du das auf Photos siehst. Zwar lange nicht so spektakulär usw., aber du siehst etwas mit eigenen Augen was nicht nur ein Lichtpunkt ist. Und das Gebilde ist über eine Milliarde KM weg ......
Als klassischer "Mak-Tunnelblicker" möchte ich mein 8x30 Zeiss-Jena auch nicht missen, wenn der Himmel klar ist...Wie heisst es so schön - jedes Gerät hat seinen Himmel
Derzeit ist das Wetter in Süddeutschland leider katastrophal, sodass mir der Blick auf Jupiter morgens leider weiterhin verwehrt bleibt. Sein Aufgang verfrüht sich ohnehin täglich, und so warte ich mit gutem Gewissen eben ab. 😎Ich wohn ja in Stuttgart und schaue jeden Tag zum Himmel rauf - Wolken. Am WE waren wir bei Schwiegermama im Schwarzwald - auf der Hinfahrt war eine glasklare Fernsicht wie es sie nur selten gibt, als es dunkel wurde kamen die Wolken.. 😡
Ja, das Wetter spielt derzeit einfach nicht mit, wobei ich hoffe, dass es sich die Tage endlich bessern wird. Weiß zwar nicht, wie lange dein Beobachtungsabend des Saturns zurückliegt, aber vermutlich lag es an seiner tiefen Stellung, dass die Abbildungsqualität nicht so prickelnd war. Ist ja, was Planeten angeht, auch eine ziemlich undankbare Zeit - Saturn verabschiedet sich vom Himmel und Jupiter ist (noch) zu nur ungünstigen Zeiten zu sehen. Da tröstet man sich doch am besten mit ein paar schönen Kugelsternhaufen und Planetarischen Nebeln. M 57 ist da immer wieder eine Wucht - vor allem im 13mm Hyperion, das ich seit kurzem habe. Selbst M 27 (Hantelnebel) konnte ich damit trotz meiner bescheidenen Öffnung, aber bestem Landhimmel, bereits gut beobachten. M3, M5 sowie M13 sind sowieso stets tolle Beobachtungsziele. Grundsätzlich bin ich ja immer noch Planetenbeobachter - Jupiter wird noch dieses Jahr eine echte Augenweide werden!
Möge das Wetter endlich besser werden! 😊
Jupiter hat seinen Aufgang in Ost-Nordost inzwischen auf kurz vor 23:00 Uhr verfrüht. Natürlich wartet man mit seiner Aufnahme, bis der Planet eine gewisse Höhe über dem Horizont erreicht hat. Das kann dieser Tage bei Jupiter bis in die frühen Morgenstunden gehen. Hier ist man auf Gedeih und Verderb dem Wetter und vor allem der Luftbewegung ("Seeing") in unserer Atmosphäre ausgeliefert. Spielt das Seeing nicht mit, wird die Aufnahme nicht scharf und detailreich werden, egal wie klar und transparent der Nachthimmel ist. Bestes Beispiel von schlechtem Seeing ist meine letzte Aufnahme aus der Nacht zum 03.08.11. Solche Misserfolge gibt es häufig; sie sind Teil des Alltags jedes Planetenfotografen. Auch so etwas muss einfach mal gezeigt werden - vor allem, da ich derzeit auch nichts anderes vorweisen kann. 😉 Bei dem sehr wechselhaften Wetter dieses Sommers ist starke Luftunruhe leider recht häufig anzutreffen. Dieser Tage ist das Wetter in Süddeutschland wieder von Schwüle und gelegentlichen Gewittern geprägt, sodass ich schon fast sehnsüchtig auf den Herbst warte, der dafür hoffentlich nicht nur Wolkenbedeckung zu bieten hat.
Ich bleibe aber weiter dran - vielleicht ergibt sich diesen Sommer tatsächlich noch eine Gelegenheit, den Jupiter bei besseren Bedingungen auf´s Korn zu nehmen. Noch sind die Uhrzeiten allerdings sehr unsportlich: Das Bild entstand um etwa 4:30 Uhr... 😊
Hallo,
da ich in letzter Zeit eigentlich nur Fernglasbeobachtung gemacht habe, bin ich mit der Webcam noch nicht weitergekommen. Wenn jetzt aber der Jupiter in den nächsten Wochen wieder zum besimmenden Planeten der ganzen Nacht werden wird, dann setzt ich mal neu an. Am Samstag war ich mit meiner 15jährigen Großnichte (Enkelin meiner Schwester) spontan auf der Sternwarte Uhlandshöhe. Das <WOW> beim Anblick des 100 Jahre alten Zeissrefraktors in der großen Kuppel hatte was 😊 Die Geräte da: http://www.sternwarte.de/termine/fuehrung/default.asp
Es war noch gar nicht dunkel als wir Saturn, kurz bevor er unter dem Horizont verschwand, anpeilten und noch einige Minuten bewundern konnten. Die Sternwarte liegt über dem (Dampf)Kessel von Stuttgart und da flimmert es schon. Also mit hochvergrössern ist da - leider - nicht so viel. Als dann die Führungen begannen wurden noch der grandiose Anblick von M13 im 16" Newton :yes2: und Mizar/Alkor (7" Starfire) geboten.
Ich bleibe aber weiter dran - vielleicht ergibt sich diesen Sommer tatsächlich noch eine Gelegenheit, den Jupiter bei besseren Bedingungen auf´s Korn zu nehmen. Noch sind die Uhrzeiten allerdings sehr unsportlich: Das Bild entstand um etwa 4:30 UhrWie heißt es so schön: auf Regen folgt Sonnenschein, es wird wieder mal besser werden.. Wie du hoffe ich auch auf den Herbst. Im Urlaub geht es dann mit Tauch UND Astrogerödel nach Kroatien, Ist zur Zeit wie verhext - meine Frau und ich bekommen endlich unseren Urlaub terminlich sauber abgestimmt - Vollmond. Wir haben klaren Sternenhimmel -irgendwas anderes (Fest/Fußball/Konzert) kommt dazwischen. :blah:
BarFly schrieb: Wie heißt es so schön: auf Regen folgt Sonnenschein, es wird wieder mal besser werden..
Und das sogar schneller als man manchmal denkt. Eine Möglichkeit dem schlechten Seeing zu entgehen, scheint darin zu liegen, einfach den höchsten Punkt des Planeten in der Dämmerung abzuwarten. Ich war morgens um die Zeit noch dabei, den Mond zu filmen, da wurde mir schnell klar, dass die Luft sich tatsächlich beruhigt hatte. Ob das letztlich an den über 50° lag, die der Planet und der Mond inzwischen erklommen hatten, oder ob es einfach nur eine ruhige Phase war, ist schwer zu sagen. Dichte Wolken waren am Morgen des 23.08. ganz plötzlich aufgezogen, sodass ich schnell eine Wolkenlücke ausnutzen musste, um Jupiter überhaupt noch aufnehmen zu können. Nach den katastrophalen Ergebnissen in jener Nacht, hatte ich ihn schon fast aufgegeben. Die Überraschung kam erst bei der Auswertung des Materials.
Das Ergebnis zeigt, dass sich Warten manchmal doch lohnen kann und, dass Luftbewegungen niemals vorhersehbar sind. Ist zwar noch nicht alles, was möglich wäre, aber schon einmal eine gewaltige Verbesserung im Vergleich zu voherigen Ergebnissen. Der Große Rote Fleck, der vom endlich wieder aufgetauchten Südlichen Äqutorialband umgeben ist, starrt einen jedenfalls schon einmal an wie ein großes Auge! Auch der Planet hat sich der Erde wieder ein ganzes Stück genähert und ist nun deutlich größer in der Abbildung. Seine Winkelgröße am Himmel beträgt derzeit etwa 43 Bogensekunden. Tendenz steigend.
Welch eine Nacht... Weitere Aufnahmen aus Derselben folgen noch. Das wird noch sehr spannend werden! 😎
Weiter geht es mit den zwei Mondmotiven vom Morgen des 23.08., mit denen ich eigentlich schon die Fotosession, die ja ursprünglich Jupiter gegolten hatte, beenden wollte. Das Ende war mit dem plötzlichen Heraufziehen einer Wolkendecke und dem Beginn der Dämmerung ohnehin bereits eingeleutet worden. Letzte Chance also, überhaupt noch eine brauchbare Aufnahme mitzunehmen, nachdem alle bisherigen Versuche am Jupiter wegen starker Luftunruhe fehlgeschlagen waren. Die Mondsichel stand um etwa 5:30 Uhr fast genauso hoch wie Jupiter und zeigte mir auf dem Monitor plötzlich Details, die ich mir nach dieser fotografisch unbrauchbaren Nacht schon gar nicht mehr erhofft hatte.
Die Motive waren angesichts der sich rasch nähernden Wolken sowie wegen der spärlichen Beleuchtung der Mondoberfläche (Sichel) schnell gefunden: Mit Kepler, dem "kleinen Bruder" des berühmten Kopernikus-Kraters (bereits im Dunkel der Mondnacht), erwartete mich eine weitere Überraschung. Bei allen früheren Aufnahmen war dieser Krater nie ein besonders lohnendes Motiv gewesen, da meist viel zu weit am linken Rand des Mondes und nur äußerst schräg zu sehen. Allenfalls am äußersten Rand einer Kopernikus-Aufnahme bei geringerer Brennweite war er bisweilen auf dem Bild auszumachen gewesen. Dank der sogenannten "Libration", der leicht torkelnden Bewegung des Mondes, kommen wir aber innerhalb mehrerer Monate in den visuellen Genuss von mehr als nur 50% der Mondoberfläche. Wir sehen also letztlich nicht stets dieselbe Seite unseres Trabanten, und dank dieses interessanten Phänomens zeigte sich Kepler an diesem Morgen aus einer Perspektive, die mir bislang noch nie untergekommen war. Beinahe direkt aus der Draufsicht konnte ich den Krater mit seinem markanten Impakt-Strahlensystem einfangen. Ähnlich markante Strahlenstrukturen, die durch das Herausschleudern von Material während des Einschlags rühren, zeigen auf der uns zugewandten Seite des Mondes nur noch die Krater Tycho, Kopernikus und Aristarchus. Letzterer ist ebenso meist ein Problemkandidat.
Das zweite Motiv ließ mir aufgrund der drohenden Wolken noch weniger Zeit zur Aufsuche. Wieso also nicht Aristarch wählen, der ausnahmsweise auch in voller Pracht zu sehen gewesen wäre? Die Antwort nennt sich Sinus Iridum oder zu deutsch "Regenbogenbucht", eine sichelförmige Ausbuchtung des nördlichen Mare Imbrium (des Regenmeers), die sich nur zu gewissen Mondphasen in solch schöner Kontrastzeichnung präsentiert. Auch sie ist wohl ursprünglich durch einen Einschlag entstanden. Bedauerlicherweise zog nach etwa 580 Einzelbildern eine größere Wolke vor die Mondsichel und bedeckte damit eines der sicher schönsten und gesuchtesten Gebiete unseres Trabanten. Die geringere Bildanzahl machte sich bei der Nachbearbeitung natürlich negativ bemerkbar und verhinderte leider das effektive Schärfen von Details, das bei Kepler mit 1200 Bildern noch so gut möglich war. So etwas ist ärgerlich, kann allerdings immer passieren. Irgendwann ergibt sich bestimmt mal wieder eine Gelegenheit... Ausnahmsweise zeige ich die beiden Motive dieses Mal in Originalfarben und nicht in den üblichen Graustufen, da der visuelle Eindruck so besonders gut erhalten bleibt und die Farben passen.
Erst nach diesen beiden Aufnahmen kam Jupiter doch noch einmal an die Reihe, wenn auch meine volle SSD im Netbook nur noch für wenig Aufnahmezeit Platz bot und ich ohnehin mit Wolken zu kämpfen hatte. Auch hier wäre bei einer größeren Anzahl von Einzelbildern sicherlich ein noch etwas besseres Ergebnis herausgekommen. Aber ich will nicht meckern - ohne eine recht kurze Wolkenlücke wäre mir unser großer Gasplanet am Ende völlig durch die Lappen gegangen. Unnötig zu erwähnen, dass ich für das anschließende Abbauen und Aufräumen der Ausrüstung auf künstliches Licht verzichten konnte. Ebenso unnötig zu erwähnen, dass ich danach hervorragend (ein)schlafen konnte... Über die rein visuellen (buchstäblichen) Highlights jener komplett durchwachten Nacht berichte ich das nächste Mal. Im Moment bin ich - mal wieder - zu müde. 😉 (alle Aufnahmen: Synta Maksutov 127/1500mm, f/26,4, IR/UV-Sperrfilter, TS-Webcam)
Hallo Arrow,
ganz tolle Aufnahmen. Es macht immer wieder Spaß deine Ergebnisse anzuschauen. Mit welcher Brennweite hast du den Jupiter und den Mond angegangen? Mal was anderes: Am 19.09 kommt Sofia http://www.dsi.uni-stuttgart.de/aktuell ... index.html nach Stuttgart. Und ich bekomme eine von nicht gerade vielen Karten um das Flugzeug besichtigen zu können. JAU <ICH MACH DIE SÄGE> An dem Tag werde ich vermutlich Urlaub nehmen und mich zu den wohl zahlreich erscheinenden Planespottern hinstellen um dieses Monster beim Landeanflug zu beobachten. Dann die Ausstellung am Flughafen anschauen und zur Besichtigung des Fliegers gehen.
Hallo Barfly,
danke für die netten Worte! Ich hoffe, dass ich im Herbst noch bessere und zahlreichere Ergebnisse liefern kann. Jupiter hat inzwischen eine recht ungünstige Position eingenommen. Um den Planeten zu seiner Kulmination (höchster Punkt über Horizont) aufzunehmen, muss man derzeit um etwa kurz vor fünf mit dem Teleskop bereitstehen. Das ist für mich zu früh zum Aufstehen und viel zu "spät" zum Wachbleiben. Jetzt heißt es: erst einmal warten oder sich wirklich quälen... Vielleicht habe ich aber auch Glück und der aktuelle Temperatursturz sorgt für mehr Luftruhe! Bisher hat es sich gerade morgens leider immer bedeckt - ich warte einfach mal ab. Bis zur Opposition dauert es noch bis Ende Oktober und ich habe sowieso noch vor, meinen Okularbestand zu erweitern...
Ich hoffe, du konntest Sofia unter die Lupe nehmen. Wie gerne würde ich meine Fotos aus deren Fenster schießen. Ab entsprechender Höhe wären die gewiss von besserer Qualität als jetzt vom Boden...
Hallo,
Um den Planeten zu seiner Kulmination (höchster Punkt über Horizont) aufzunehmen, muss man derzeit um etwa kurz vor fünf mit dem Teleskop bereitstehen.
Jau, wenn ich morgens kurz nach 5 Uhr :rolleyes: mit dem Hund rausgehe sehe ich ihn, wenn es gerade mal keine Wolken hat, wunderbar am Himmel stehen. Aber es ist nicht gerade meine Zeit zum Aufstehen 😁 , da muß ich leider. Aber der verschwindet ja jetzt nicht gleich wieder 😉 Heute Abend sieht es gut aus und ich werde mal wieder meine Rohre hinstellen. Ziele sind - natürlich - die Doppelsterne Albireo und Mizar, M 13..... mal schauen was ich noch so vor die Linse bekomme.
Ich hoffe, du konntest Sofia unter die Lupe nehmen. Wie gerne würde ich meine Fotos aus deren Fenster schießen. Ab entsprechender Höhe wären die gewiss von besserer Qualität als jetzt vom Boden...Ist ja erst am 19.09.! Naja - ist ein Infrarotteleskop, da werden die Bilder doch etwas seltsam aussehen 😉
Schöne Nächte noch
Da hab ich mich wohl beim Monat verlesen! Ich sprach ja davon, mit dem eigenen Teleskop mal auf die entsprechenden Höhen zu jettem, um der dichten Atmosphäre zu entgehen. 😉 Natürlich nicht im IR-Band...
Ach ja, die Brennweite der obigen Aufnahmen liegt bei ~3350 mm. Jetzt muss nur noch das Wetter mal wieder etwas stabiler werden. Dieser böige Wind hat mir doch letzte Nacht - gerade als ich mit dem Beobachten anfangen wollte - den Himmel in "Windeseile" mit Wolken bedeckt. Da konnte ich umgehend wieder abbauen. Vielleicht habe ich heute Abend etwas mehr Glück!
Hallo, Freunde der Nacht!
Munter geht der Reigen weiter. Jupiter hat seinen abendlichen Aufgang weiter verfrüht und erscheint die Tage bereits zwischen 21:15 und 21:30 Uhr am östlichen Horizont. Noch etwa sechs Wochen trennen uns von der visuell und fotografisch heißbegehrten Opposition dieses Jahres, wenn die Erde den großen Gasplaneten auf ihrer inneren Bahn eingeholt hat, sodass Sonne, Erde und Jupiter auf der Bahnebene (Ekliptik) eine Linie bilden. Auch die scheinbare Größe des Planeten hat durch die weiter abgenommene Entfernung zu uns entsprechend zugenommen und beträgt etwa 46 Bogensekunden Winkeldurchmesser.
Seinen höchsten Punkt über dem Horizont (Kulmination) erreicht Jupiter derzeit um etwa 4:30 Uhr. Um etwa diese Uhrzeit gelang mir am frühen Morgen des 11.09. die unten stehende Aufnahme. Zum ersten Mal während dieser Jupitersaison (und überhaupt) konnte ich auch zwei seiner großen Monde, Io und Kallisto, auf dem Chip einfangen. Io ist der Innerste der vier galileischen Monde, Kallisto der Äußerste. Gerade Letzterer passte nur deshalb auf dem Chip, weil er Jupiter auf seiner Umlaufbahn zum Zeitpunkt der Aufnahme hinterläuft. Auf dem Bild ist er allerdings nur sehr schwach zu sehen, da er aufgrund seiner dunklen Oberfläche viel weniger Licht reflektiert als Io. Beide Trabanten sind etwas größer (Io: d= 3643km) bzw. ganz erheblich größer (Kallisto: d= 4821km) als unser eigener Mond (d= 3476 km). Mögen mir weitere Nächte mit solch guter Transparenz sowie zumindest halbwegs ruhiger Luft vergönnt sein! Die kühleren Temperaturen des Herbst dürften sich da positiv bemerkbar machen. Ich hoffe, die Aufnahme gefällt. Fortsetzung folgt. 😊
Die kühleren Herbsttemperaturen wirken sich recht positiv auf die Beobachtungs- und Fotografiebedingungen aus. Einen weiteren Jupiter konnte ich bei guten Bedingungen am Morgen des 25.09.11 aufnehmen. Dabei habe ich derzeit leider ein Problem mit den sogenannten "Zwiebelringen" an den Planetenrändern, die mir die Aufnahmen zur Zeit versauen. Hoffentlich werde ich die noch los! Die Aufnahme zeigt ansonsten jedoch eine ungeahnte Vielzahl an Details im Zentrum des Jupiters. Aus diesem Grund möchte ich sie trotzdem hier zeigen:
Nachdem ich das Problem mit den Grafikfehlern durch entsprechende Kamera-Einstellungen endlich gelöst habe, kann es nun auch schon weitergehen! Es wäre wirklich sehr schade gewesen, wenn ich die tollen Sichtbedingungen derzeit wegen solch einer technischen Panne nicht hätte ausnutzen können. Ein knapper Monat trennt uns noch von der Oppositionsstellung mit Jupiter, und es überrascht mich immer wieder, wie stark die scheinbare Größe des Planeten seit August doch zugenommen hat.
Gestern um etwa 0 Uhr gelang mir folgende Aufnahme, die ich wohl mit Fug und Recht als meine bisher Beste bezeichnen kann. Auch die Farbeinstellungen habe ich inzwischen anhand von Referenzbildern optimiert. Jetzt im Oktober wird es zum Glück nicht mehr notwendig sein, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, da Jupiter bereits um Mitternacht eine fotografisch brauchbare Höhe über dem Horizont erreicht. Mit jedem Tag verbessert sich das natürlich weiter.
Schön, dass auch dieses Mal nicht nur der Gasriese auf dem Chip gelandet ist, sondern wieder zwei der galileischen Monde als kleine Scheibchen zu erkennen sind, die sich sogar farblich leicht voneinander unterscheiden: Bei dem blasseren, kleineren Mond (im Bild innen) handelt es sich um Europa (d=3121 km), der Größere, schwach orangefarbene Trabant ist wieder unser alter Bekannter Io (d=3643 km). Jupiter selbst zeigt uns ein sehr mächtiges Südliches Äquatorialband, das letztes Jahr überraschenderweise völlig verschwunden, da überdeckt war. Zahlreiche Wolkenstrukturen aus Ammoniak sowie ähnlichen Verbindungen bilden hier komplexe Strukturen, die ich so gut es ging herausgearbeitet habe. Eingebettet in dieses stürmische Gebiet liegt der größte Wirbelsturm unseres Sonnensystems, der Große Rote Fleck (GRF/GRS), der im Bild gerade seinen Durchlauf auf der uns zugewandten Planetenseite beendet. Eine Viertelstunde später wäre er schon nicht mehr zu sehen gewesen. Ich habe trotzdem noch zwei weitere Aufnahmen gemacht, die ich eventuell die Tage noch nachreichen werde. Beide Videos müssen noch durch die Bearbeitung.
So, genug für heute. Ich hoffe, die Aufnahme gefällt euch genauso gut wie mir. 😊
edit:
Eine weitere Aufnahme vom selben Tag etwa eine Stunde später (01:00 Uhr): PS Die Reihenfolge ist leider vertauscht. Werde mich sofort beim Admin beschweren... 😉
Die Temperaturen sind mächtig zurückgegangen, doch das soll mich nicht aufhalten! In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist mir um etwa 0:40 Uhr noch ein recht schönes Bild geglückt. Konnte die Nachbearbeitung noch etwas weiter optimieren. Der Mond ist dieses Mal wieder Io. Ich hoffe, es gefällt euch! Heute Abend werde ich erneut filmen - mal sehen, was dabei herauskommt. 😊
Hallo,
Deine Bilder werden auch immer besser :yes2: Es wird Zeit, das ich auch mal dazukomme, aber irgendwie geht es sich nach wie vor nicht so aus, dass ich 1. einen klaren Himmel hab 2. nicht beim Fußball oder mit Freunden unterwegs bin und 3. nicht am nächsten Morgen um 5 Uhr aufstehen muß
Vom Urlaub in Kroatien bin ich zurück. Auf der Hinfahrt haben wir in Kärnten übernachtet und so nebenbei das ITT Astrotreffen auf der Embergeralm besucht. Da hat meine Frau das erste Mal durch 'richtige' (ab 16") Teleskope geschaut. M13 oder die Andromeda Galaxie durch solch ein Teleskop und bei dem Seeing ist einfach der Hammer. In Kroatien selber hatte ich mein 20x80 Bino und das 100/1000er dabei. Und ich hatte 4 klare Nächte, bevor der Mond zu hell war, an denen ich wunderbar über den Himmel streifen konnte. M13, natürlich lang nicht so schön wie beim astrotreffen, aber mit dem großen Fernglas trotzdem wunderschön, spätnachts dann noch Orionnebel, undundund. Dunkler Himmel ist halt nur durch noch dunkleren Himmel zu ersetzen. Ciao bis dann und mach so weiter mit deinen tollen Fotos!
Hi, vielen Dank für die nette Rückmeldung! Heute (30.10.) ist Jupiter-Opposition, und der Himmel ist völlig bewölkt. Da kann man eben nichts machen - auch für dich wird das Wetter bestimmt schon bald wieder besser werden! Ich bin mir aber sicher, dass du diese Jupiter-Saison noch einsteigen kannst, denn der Planet geht inzwischen so früh auf, dass sich Beobachtungen und Fotografie bereits ab 22 Uhr lohnen, und jeden Tag wird das noch früher. Die Winterzeit-Umstellung kommt noch unterstützend hinzu. Das heißt, auch für Frühaufsteher wie dich wird der Jupiter zu vernünftigen Zeiten in ansprechender Höhe sichtbar sein. Deinen 4"-Achromaten solltest du also unbedingt einmal nutzen. Ab 150x ist der Anblick ein echter Genuss, wenn auch sehr hell. Ich werde mir die Tage noch einen Pol-Filter zulegen, da mich der grelle Anblick doch sehr stört.
Beneidenswert, deine/eure visuellen Erfahrungen auf dem ITT... Satte 16" (oder gar mehr) müssen bei DS-Objekten die reinste Offenbarung sein! Aber auch für meine 5" wird der kommende Winterhimmel noch einiges zu bieten haben. Orion zieht ja schon wieder auf und Kugelsternhaufen sehen auch in meinem Mak hervorragend aus, wenn ich das passende Okular nehme. Ich hoffe, du kommst bald auch noch zum Zug - Webcam und entsprechende Barlow hast du doch, oder? Auch über einen kleinen Beobachtungsbericht würde ich mich sehr freuen. Also nicht aufgeben! Sollte das Wetter endlich wieder besser werden, gibt´s von mir sicher auch wieder was zum anschauen! Ich wünsche uns einen allzeit klaren Himmel! 😊
So langsam wird es abends richtig kühl - besser gesagt - unangenehm kalt, wenn auch der schlimmste Frost noch nicht allzu häufig eingetreten ist. Doch auch bei Temperaturen um die 0° Celsius treten die ersten kleineren Probleme auf. Nicht am Teleskop, denn jede Optik lässt sich mit einer aufschiebbaren Taukappe recht effektiv gegen Taubeschlag oder Raureif schützen; auch nicht beim Beobachter, denn ich kann mich schließlich dick einpacken, mein Netbook wiederum, das ich für die Aufnahmen nutze, quittiert die kältere Jahreszeit bereits mit erheblichen Leistungseinbußen bei der Video-Übertragung von Kamera auf SSD. Schlimmer noch, gestern Abend kamen von vier Bilderserien gerade einmal zwei unverstümmelt an. Da werde ich mir noch etwas einfallen lassen müsen, bevor es richtig fostig wird...
Trotzdem möchte ich mal eine der beiden erfolgreichen Jupiter-Aufnahmen zeigen, die gestern zwischen 19:00 und 19:15 Uhr auf meiner Platte landeten. Die Himmelstranparenz war zwar gut, doch das Seeing hätte etwas besser sein können.
Gestern Abend wurde es nach Tagen des Regens und der Wolkenbedeckung endlich mal wieder klar. Bei ungemütlichen -3° ging ich mal wieder den großen Gasplaneten an, nachdem ich zuvor leider die partielle Mondfinsternis verpasst hatte. Generell scheinen die Tage der schönen Luftruhe um diese Jahreszeit etwas dünner gesät zu sein. Hier gilt es dann bei der Nachbearbeitung alle Register zu ziehen, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. So geschehen bei der folgenden Aufnahme. Hier wurde dieses Mal nur der Rotkanal geschärft und dieser als Luminanzbild zu einem L(R)-RGB-Komposit verarbeitet. Das bedeutet, dass die Details sowie sämtliche Helligkeitsunterschiede des Bildes alleine aus dem Rotkanal stammen, während die restlichen Kanäle (RGB) lediglich die Farben beisteuern. Viele der feineren Details liegen bei Jupiter ohnehin im roten Farbspektrum, das darüber hinaus von der Luftunruhe weniger stark beeinflusst wird als die kurzwelligen Bereiche. Sollte das Seeing also weiterhin so mittelprächtig bleiben, werde ich dieses Verfahren bestimmt noch öfter anwenden.
Derzeit verarbeite ich übrigens noch eine Menge Film-Material zu einer ersten kleinen Jupiter-Animation. Ich denke, im Laufe der nächsten Woche gibt es dazu einen neuen Eintrag!
Ein Bild von Luna Starbase (oder auch Confed HQ) bist du uns noch schuldig. 😉
Tolwyn schrieb:Ein Bild von Luna Starbase (oder auch Confed HQ) bist du uns noch schuldig. 😉
Ich arbeite daran, doch leider zeigt ein Teleskop eher einen Blick auf die Vergangenheit als auf die Zukunft. Das Licht ist eben einfach viel zu langsam! 😊
So, Freunde der Nacht, wie versprochen, zeige ich heute nach längerer Bearbeitung das Ergebnis meiner kleinen Erstlings-Animation vom Jupiter mit Mond Io. Aufgenommen hatte ich die 7 Einzelbilder am 26.11. bei leider recht ungünstiger Himmelstransparenz. Leichter Hochnebel drückte den Detailgrad der Bilder doch erheblich, und dazu kommt noch ein leider unvermeidbarer Qualitätsverlust durch die Umwandlung ins Gif-Format, das nur 256 Farbstufen zulässt. Die Animation zeigt den Durchgang des Großen Roten Flecks durch die schnelle Rotation des Planeten sowie die Bewegung des inneren Mondes Io über einen Zeitraum von 1 Stunde und 45 Minuten. Ich hoffe, sie gefällt euch:
Sieht echt super aus..so habe ich den Jupiter auch noch nicht gesehen..sehr gelungen, danke für deine Arbeit. 😊 :yes2:
Wenn du bessere Aufnahmen machen willst..dann steige doch in deinen Raumjäger und flieg ins All... :ha:
Danke für die Rückmeldung, Meister Cat! Immer gerne. Hier fällt gerade Schnee; so schnell wird das also erstmal nichts mehr mit Aufnahmen. Das mit dem Jäger wäre eine Idee, wenn die Spritpreise nur nicht so hoch wären... 😉
Das schlechte Wetter wird so schnell nicht weichen, das scheint gewiss. Der Himmel bleibt dicht bewölkt, und es ist ohnehin so langsam an der Zeit, den Astro-Blog für dieses Jahr zu schließen.
Dies war mein erstes Jahr als Planeten- und Mondknipser mit meinem kleinen Fünfzöller, und ich wurde reichlich belohnt: Saturn, Mond und Jupiter waren 2011 wirklich tolle Objekte. Ich selbst habe dabei eine ganze Menge dazugelernt, was Aufnahmetechnik, Belichtung sowie Nachbearbeitung betrifft. Ich hoffe, ich konnte bei meinen Mitlesern ein wenig Interesse für unser faszinierendes Sonnensystem wecken oder erneut wachrufen und werde im nächsten Jahr garantiert mit meiner kleinen Dokumentation fortfahren. Neben dem Mond dürfte vor allem unser Nachbarplanet Mars im Frühjahr interessant werden, der für mich - gerade fotografisch - die nächste Herausforderung darstellen wird. Ich bedanke mich bei allen, die hier kommentierten, freue mich auf neue Interessierte und verspreche eine Fortsetzung des Astro-Blogs im neuen Jahr. Winter und Kälte sollen mir nichts anhaben, wenn es darum geht, Aufnahmen von Himmelsobjekten unseres Sonnensystems anzufertigen.
Wir lesen voneinander im neuen Jahr! Bis bald,
Arrow
archiv@wingcenter:~$ 50 Beiträge in diesem Thema. Alle Inhalte sind archiviert und schreibgeschützt.